Autor Thema: Willy Deville - genial und labil  (Gelesen 1119 mal)

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Offline Enno

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Willy Deville - genial und labil
« am: 05. Jan. 2007, 21:03 »
In meiner bescheidenen Plattensammlung haben die Werke von Willy Deville einen besonderen Platz.
Der am 27. August 1953 als William Borsay in New York geborene Musiker gilt gilt von Talent her als einer der grössten Musiker, der durch seinen Lebenswandel sich oft genug selbst ein Bein gestellt hat.
Er gilt als einzigartiger Künstler, dessen stilistisches Repertoire keinerlei Grenzen kennt und der es schafft, Elemente des Rock and Roll und Rythm’n’Blues mit Südstaaten-Klängen wie Tex Mex, Cajun und New Orleans Swamp zu verbinden.
1971 gründet er zunächst die "Band Lazy Eights" mit wenig Erfolg. 1974 folgt dann der 2. Versuch mit der Formation "Billy De Sade & The Marquis", welche er 1975 in Mink Deville umbenennt.

Es erscheint das Debut Album von Mink Deville in Europa unter dem Namen "Cabretta" und in den USA unter dem Namen "Mink DeVille".
Das Album wird vom "Rolling Stone Magazin" zum "Best Album of Year" gekürt. Produzent dieser LP  war kein geringere als Jack Nitsche.
Überhaupt hat Willy Deville immer mit erstklassigen Produzenten gearbeitet.

Seine Vorliebe für die Musik von Jimi Hendrix und Bob Dylan  blieb nie ganz ohne Einfluss auf die Musik von Willy Deville. Er gilt als genialer Musiker, der aber leider wiederholt mit Drogenproblemen zu kämpfen hatte. Zu Beginn der achtziger Jahre starb seine Frau durch Drogenmissbrauch. Auch danach noch begleiten mehrere  Entziehungskuren  seinen weiteren Weg. Bedingt durch seine Alkohol- und Drogenexzesse war er oft auch der Suche nach neuen Plattenfirmen und Produzenten.

1986 produziert Mark Knopfer das Album  "Miracle", mit dem Willy Deville seine Solokarriere startet.
Das Album enthält 10 Titel. 5 davon werden von Deville und Knopfler in Zusammenarbeit geschrieben. Ausserdem wirkt Mark Knopfler bei allen 10 Titeln als Gitarrist mit.
Bis heute gehört Willy Deville zu den Künstlern, die extrem polarisieren. Die Plattenkritiken schwanken immer wieder zwischen totaler Ablehnung  und überschwenglicher Begeisterung.

Für mich persönlich ist er ein Künstler der Sonderklasse, dessen Werke komplett in meinem Plattenarchiv zu stehen haben.
Das gilt auch dann noch, wenn man feststellt, dass die neueren Produktionen etwas von der Frische der frühen Werke verloren haben.
Mir gefallen die älteren rockigen Titel wie "Cadillac Walk", "Rolene" und "Soul Twist" genau so gut wie die langsamen und gefühlvollen Titel.
Bei "Heaven Stood Still" kann man schon mal feuchte Augen bekommen.

Ein alter guter Freund, selber Plattensammler, bezeichnete Willy Deville schon mal als meinen Haus- und Hofsänger.
Mit dieser etwas saloppen Formulierung hat er wohl den Nagel auf dem Kopf getroffen.
Zu meinen Lieblingsinterpreten gehört er allemal und sein Auftritt im Rockpalast gehört für mich zu den Highlights dieser Serie.


Die LPs/CDs

Mink Deville:
- 1977 Cabretta (Capitol)
- 1978 Return To Magenta (Capitol)
- 1980 Le Chat Bleu (Capitol)
- 1981 Coup De Grace (Atlantic)
- 1983 Where Angels Fear To Tread (Atlantic)
- 1983 Each Song Is A Beat Of My Heart (Atlantic)
- 1985 Sportin' Live (Atlantic/Polydor)

Willy Deville:
- 1987 Miracle (Atlantic/Polydor)
- 1990 Victory Mixture (Orleans Rec./Sky Ranch)
- 1992 Backstreets Of Desire (Fnac/East West/Tabata)
- 1993 Live (Fnac/East West/Tabata)
- 1995 Loup Garou (East West/Discovery)
- 1999 A Horse Of A Different Color (East West)
- 2002 Live in Berlin
- 2004 Crow Jane Alley

DVDs

-2002 The Berlin Concerts
-2005 Live In The Lowlands, Paradiso/Amsterdam
Gruß
Enno

Offline Höhlenmaler

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Re: Willy Deville - genial und labil
« Antwort #1 am: 30. Mär. 2007, 13:36 »
Big Easy Fantasy



Hör' ich mir jetzt eben mal wieder an, nach langer Zeit. Selten gehört.

Gruß Ingo . . . . . . . . Last FM

Offline April Wine

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Re: Willy Deville - genial und labil
« Antwort #2 am: 30. Mär. 2007, 18:08 »
Hi Enno,
in Berlin ( 2002 )wäre ich gern dabei gewesen.
Hamburg ( 2005 ) konnte ich nicht.
Habe ihn bisher nur einmal Live gesehen.
Anfang der 80er.
Das arroganteste Arschloch was rumlief.
Trotzdem als Musiker ( fast ) genial.
Gruss Stefan