Autor Thema: Rohlingsklang - Dichtung oder Wahrheit?  (Gelesen 961 mal)

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Offline PTF 2012

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Rohlingsklang - Dichtung oder Wahrheit?
« am: 02. Jun. 2007, 12:23 »
Hallo Leute,

habe in den Tiefen meiner Festplatte noch eine Abhandlung gefunden, die sich mit dem Dogma der digitalen Gleichheit befasst (oder doch nicht?). :;010

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Rohlingsklang, woher kommt er?

- zunächst einmal gibt es Rohlinge mit verschieden starken Reflexionseigenschaften, die in den meisten Fällen unter denen einer gepressten Original-CD liegen, was erstmal unerheblich ist, solange zweifelsfrei ausgelesen wird,

- dann gibt es die speziellen Audio-Rohlinge, die aus Gründen der GEMA-Geschichte schon mal teurer sind und sich ohne Zweifel auf Home-Hifi-Brennern bespielen lassen, die z.B. dem geneigten Sparer den günstigeren PC-Rohlingen einen Riegel vorschieben - es sei denn, man macht einen Eingriff ins Gerät (was ausdrücklich verboten ist!),

Früher hat man Rohlinge aus Gründen der Gründlichkeit in Home-Hifi-Brennern entweder mit 1-facher oder in Kopierstationen mit 4-facher Geschwindigkeit dupliziert. Diese Geschwindigkeiten sind bis 8-fach noch vertretbar, um eine evtl. Verschlechterung der Pitränder zu minimieren, so daß bei einem Überflug desselben (ein Audio-LW liest nur einmal drüberweg) ein klare Information übrigbleibt. Bei einem Fehler muss die Fehlerkorrektur schon eingreifen (noch unhörbar, solange eine Ergänzung vollständig ist und nicht interpoliert wird).

Das geht mit Audio-Rohlingen immer noch hervorragend, aber mal ehrlich, welcher Verrückte nimmt aus Kostengründen nicht die PC-Rohlinge - ist auch sinnvoll, denn ein PC-Brenner ist nicht schlechter als ein Home-Hifi-Brenner. Da fängt die ganze Schose an - drüber gestolpert sind wir erst kürzlich, als wir im Eigenvertrieb einige Demo-CDs haben mastern lassen. Der Punkt ist die Brenngeschwindigkeit, nicht das Auslesen, was aber nicht mit jedem Rohling gleich gut funktioniert. Die CD-Player, die auch CD-RW lesen, haben weniger Schwierigkeiten, weil letztere noch weniger Reflexionseigenschaften haben, hier wird auch nicht "gebrannt", sondern vorgegebene Pits aus ihrer Ruhelage gebracht, um so eine Ablenkung des Signals zu generieren. Bei einer Neubespielung wird hier magnetisch eingegriffen, um die Pits wieder auszurichten, um neu bespeilt zu werden (geht auch nicht unbegrenzt, je mehr Überspielungen, desto mehr Fehler).

Worauf wir jetzt gestossen sind, sind Rohlinge, die nicht nur optimiert sind für 40-fache Lesegeschwindigkeiten und höher, die neue Generation ist auch für ebensolche Brenngeschwindigkeit ausgelegt. Das mag einer reinen Daten-CD egal sein, im Fehlerfall wird sowieso solange ausgelesen, bis zur Vollständigkeit (wir erinnern uns, CD-Player nur einmal). Als wir nun so vor uns hin brannten (die Demos, nicht wir), haben wir auf maximale Qualität wert gelegt und mit niederer Brenngeschwindigkeit arbeiten wollen. Ergebnis: je nach Brenner war die CD Müll, weil kaputtgebrannt. Durch die Auslegung der hohen, optimierten hohen Brenngeschwindigkeit ist die zu dünne Reflexionsschicht regelrecht verbrannt, so daß der Laser an diversen Stellen "durchguckte", quasi ins Leere. Erst bei höheren Geschwindigkeiten war sie lesbar, mit all den Nachteilen der anfangs beschriebenen Piträndern. Dennoch hatten wir letztendlich eine Kopie erhalten, die vom Original nicht abwich. Glück gehabt.

Im Mastering-Studio sah die Sache dann wohl anders aus. Hier kam ein Anruf, ob die Dreckeffekte gewollt seien (was sich der Toningenieur nicht vorstellen konnte, weil gleichmässig über die gesamten Tracks hörbar). Also zurückgeschickt bekommen, auf dem PC abgehört (wie bei der ersten Kontrolle) und null Probleme. Sicherheitshalber einmal in einen Stand-Alone-CD-Player und die Dreckeffekte waren nicht nur hörbar, sondern hier waren sogar deutliche Interpolationen zu hören.

Letztendlich haben wir uns durchgerungen, eine Audio-CD zu bespielen mit 4-facher Geschwindigkeit, und alle Probleme waren weg - bitidentisch, vom Original nicht zu unterscheiden.

Dennoch haben spätere Experimente mit verschiedenen PC-Rohlingen und Brenngeschwindigkeiten hier und da eine manchmal rauhe Wiedergabe im Vergleich zum Original ergeben. Wenn man aber für den Brenner einmal einen optimalen Rohling gefunden hat, sollte man bei diesem bleiben. Plextor-Brenner sind beim Brennen nicht sehr wählerisch (keine Ahnung, wie die das machen), scheinen die beste Kalibrierung vor dem Brennen zu haben. Das Problem der Pitränder bei zu hohen Brenngeschwindigkeiten sind aber auch hier nicht vollständig auszumerzen.

Der zum Abhören benutzte DVD-Player war natürlich CD-RW-fähig, was ein genaueres Auslesen ermöglichte, der CD-Player nicht. Also heisst es weiterhin experimentieren mit diversen Rohlingen, bis man ein "seinen" Rohling hat. Schade eigentlich, wäre so einfach gewesen: 1=1 und 0=0.

Gruß
BERND
« Letzte Änderung: 02. Jun. 2007, 12:27 von PTF 2012 »
Shall I call on you to guide me well, to see our hopes and dreams fulfilled?
On this day of our ascension.
On this day we PRAISE THE FALLEN.