Autor Thema: Problemraum - Bassfallen oder doch DBA ?  (Gelesen 20326 mal)

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Offline daytona98

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Re: Problemraum - Bassfallen oder doch DBA ?
« Antwort #60 am: 30. Jan. 2010, 10:02 »
Hallo,

die Subs sind jetzt aus England eingetroffen und machen einen sehr guten Eindruck.
Nach einiger Rumschieberei hat sich eine diagonale Aufstellung als zielführend erwiesen.
Die Zeitschrift Audio ist bei einem Workshop vor einiger Zeit unter ähnlichen raumakustischen
Bedingungen zu dem selben Ergebnis gelangt.
Da die Subs keinen Hochpass-Ausgang haben laufen die Fronts im Moment noch fullrange.
Klanglich hat sich so die Kombiantion mit den Kompakten XQ20 als besser erwiesen.
Mit dem Einsatz eines DSP könnte das später aber wieder anders aussehen.
Der FG, nur mit den Subs gemessen, ist bis 70 Hz recht ausgewogen. Man sollte also
in dieser Konfiguration die Fronts begrenzen. Interessant ist das der FG durch den Roomgain
bis 20Hz keinen Abfall zeigt. Die Subs sind daran aber auch nicht ganz unschuldig, da sie
-6db bei 17 Hz haben sollen. Die werden also später auch per DSP untenrum etwas  gedrosselt (Mehrfamilienhaus).

Alle Messergebnisse KEF XQ 20 + 2 x BK XLS 200 diagonal im Raum plaziert. Die Fronts auf 1/4-1/4
Mikro am Sitzplatz 1,6m vor Rückwand, Höhe 90cm.











Zum ersten mal seit einiger Zeit habe ich etwas länger über die Anlage Musik gehört.
Die pingelige Einstellung der Phase an den Subs nach Gehör und mit Musik (nicht Testsignalen) bringt am Ende
dann einigermaßen Harmonie ins geschehen. Wobei das noch weit von dem entfernt ist, was mir vorschwebt.
Trotzdem klingt es schon mal nicht schlecht und ich denke auf dieser Basis lässt sich aufbauen.

Vom DCX habe ich Abstand genommen. Die notwendige mehrkanalige analoge Laustäkeregungelung
bei digitalem Eingangssignal macht die Sache relativ teuer.Für das Geld kann man dann schon in Richtung Convolver PC gehen.

Ich habe mich mal durch Uli´s Acourate User Group gelesen und werde wohl später einen lüfterlosen Convoler bauen.
Zunächst werden jetzt aber die VPR´s angegangen. Basotec ist da und ich hoffe, dass ich nächste Woche dazu komme
mir die Stahlplatten zu besorgen.

Danke für euer Interesse.
Grüße Andi
« Letzte Änderung: 30. Jan. 2010, 10:29 von daytona98 »

Offline daytona98

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Re: Problemraum - Bassfallen oder doch DBA ?
« Antwort #61 am: 30. Jan. 2010, 10:28 »
Hier noch Bilder, die die Aufstellung zeigen. Achtung Baustelle!







Grüße
Andi
« Letzte Änderung: 30. Jan. 2010, 10:34 von daytona98 »

Offline gto

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Re: Problemraum - Bassfallen oder doch DBA ?
« Antwort #62 am: 30. Jan. 2010, 11:44 »
Ein paar VPRs könnte der NH noch vertragen.  ;)
Der FG schaut IMHO schon sehr passabel aus.  :,014

Hoffe du hältst uns weiter auf dem Laufenden, sehr interessant. :;049

Grüsse Gerd

Offline Barnie@home

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Re: Problemraum - Bassfallen oder doch DBA ?
« Antwort #63 am: 01. Feb. 2010, 09:11 »
Könntest du evtl. mal die db-Rasterung (links im FG-Diagramm) von jetzt 15db auf 5db-Schritte umstellen? 15db ist etwas zu grob um den Frequenzgang wirklich beurteilen zu können.

Und die Phase würde ich lieber nach Messungen als nach Gehör einstellen.

Offline daytona98

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Re: Problemraum - Bassfallen oder doch DBA ?
« Antwort #64 am: 02. Feb. 2010, 21:35 »
Könntest du evtl. mal die db-Rasterung (links im FG-Diagramm) von jetzt 15db auf 5db-Schritte umstellen? 15db ist etwas zu grob um den Frequenzgang wirklich beurteilen zu können.

Und die Phase würde ich lieber nach Messungen als nach Gehör einstellen.

Hi Barnie,

ich wollte mit den Messungen nur rausfinden, ob ich mit 2 Subs klarkomme. Bei der diagonalen Aufstellung
ist der FG bis ca. 60Hz sehr gradlinig (nur Subs). Ich denke bis 80Hz kann ich sie laufen lassen.
Die Fronts werde ich wohl untenrum kappen müssen.
Weitere Tests müssen jetzt aber erstmal warten.  Ich bin gerade dabei einen Convolver zusammenzustellen.

Hier mal meine Idee:

- Gehäuse JCP MI-101, Mini-ITX
- Mainboard mit Intel D510 oder 410, falls lieferbar, alternativ Intel 330, die sind aber fast alle mit Lüfter.
100 Euro für eine Epia draufzulegen lohnt doch für die Anwendung nicht, oder?
- M-Audio 1010, am besten die mit Breakout/Wandler

RME liegt bei ebay zwar auch im bezahlbaren Rahmen, dürfte zur o.g. M-Audio aber kein so deutlicher Unterschied sein.

Was haltet ihr davon?

Grüsse
Andi

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Re: Problemraum - Bassfallen oder doch DBA ?
« Antwort #65 am: 02. Feb. 2010, 23:07 »
Ich würde auch den Intel nehmen, gibt es aber auch lüfterlos für 80 €. Foxconn irgendwas.

Gruß
Holger
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Offline daytona98

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Problemraum - Lösungsvorschlag
« Antwort #66 am: 14. Mai. 2010, 14:31 »
Hallo zusammen,

bei mir hat sich jetzt nun einiges getan.
In einigen Stichworten das Wichtigste:

Ausgangssituation wie oben beschrieben.

Maßnahmen:

1) Multisubanordung diagonal in den Raumecken
digital gefiltert (BruteFIR), Subwoofer mit Bandpass Neville-Thiele 2ter Ordnung, Ü-Frequenz 67 Hz

2) RA-Optimierung mittels Deckensegel (10m² Lochplatten), VPR (4 m² mit 2mm Blech und 3 m² mit 1,5mm Blech) und  BKA (4 m² mit 1,0 mm Blech + Lochblech)

3) Convolver/Player-PC mit Puppy Linux, BruteFIR, qjackctl, Aqualung und natürlich Acourate (geil, geil geil)
Intel D510MO, HDSP 9632 + AO4S --> 4 analoge Ausgänge werden genutzt

Hier einige Bilder und Messdaten

Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4

RT 60 vorher/nachher
SPL vorher/nachher
SPL 1/6 glättung
Wasserfall

Die lackierten VPR´s wirken in natura recht angenehm.
Sogar meiner recht kritischen Frau scheinen sie zu gefallen.
Ganz fertig ist der Raum noch nicht. Hinten kommen noch Vorhänge vor die VPR´s
und die Basotect-Platten an den Seitenwänden werden noch bespannt.
Trotzdem habe ich jetzt auch die ersten DRC-Filter erstellt.
Messungen mit Korrekturfilter kann ich bei Interesse irgendwann noch mal nachreichen.

Was den Klang angeht muß ich sagen, dass die Maßnahmen in Summe zu einem Ergebnis geführt
haben, mit dem ich so nicht gerechnet habe. Ich hätte nicht gedacht, dass sich der NH mit
überschaubaren Mitteln derart drastisch verringern läßt und dass das den Klang so dramatisch
verbessern würde.
Wie sich das anhört brauche ich hier wohl nicht groß erklären.
Problematisch bleibt lediglich der Bereich unter 40 Hz. Die Ursache für diesen heftigen Anstieg
im NH da unten ist mir noch nicht ganz klar. Es ist durchaus möglich ,dass die eine Begrenzungswand
mit lediglich 12er Mauerwerk hier eine Rolle spielt. Ich habe deswegen die Subs nach unten relativ früh
begrenzt, was dem Bassfundament beim Musikhören aber überhaupt nicht schadet. Ganz im Gegenteil -
dadurch lassen sich etwas höhere Pegel fahren ohne das mir die Cops die Bude einrennen.  :;057

So das war´s erstmal.
War in Summe ein ganz schöner Akt, aber sehr sehr lohnenswert.

Viele Grüße
Andi
« Letzte Änderung: 14. Mai. 2010, 14:45 von daytona98 »

Offline gto

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Re: Problemraum - Bassfallen oder doch DBA ?
« Antwort #67 am: 14. Mai. 2010, 15:06 »
 :anbet: :anbet: :anbet: :resp: :resp: :resp:
Na servus, Hut ab, jetzt noch Lautsprecher mit ordentlichem Abstrahlverhalten und fertig.  :;009

Mutige Farbgebung und etwas retro 70er New Wave, jetzt noch die passenden Scheiben aufgelegt und ab geht die Party, gratuliere. :to_drink:

Unter 80 Hz wirds einfach echt mühsam mit der NH Reduzierung, bist dabei aber in guter Gesellschaft, gibt wenige die da nicht an Grenzen stoßen. Selbst in guten Studios.
Da hilft eigentlich nur Bausubstanz mit akustisch weichen Wänden. Was dann aber wieder Objekte in freier Umgebung voraussetzt.  :,010

Danke dir jedenfalls recht herzlich für die ausführliche Doku und wünsche viel Hörspaß.

Btw., kannst du auch mal Impulse Response vorher/nachher einstellen?

L.G. Gerd

Offline gto

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Re: Problemraum - Bassfallen oder doch DBA ?
« Antwort #68 am: 14. Mai. 2010, 15:09 »
Ach ja, Messungen mit Korrektur wären natürlich auch interessant.  :;036

Offline aktivposten

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Re: Problemraum - Bassfallen oder doch DBA ?
« Antwort #69 am: 14. Mai. 2010, 15:13 »
Sieht gut aus  :to_drink:
Die 3 m² VPR sind neben dem Fenster?

Gruß
Holger
Gewerblicher Teilnehmer
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Offline daytona98

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Re: Problemraum - Bassfallen oder doch DBA ?
« Antwort #70 am: 14. Mai. 2010, 16:42 »
Hallo Holger,

die beiden VPR´s (zusammen ca. 3 m²) in den hinteren Ecken, rechts und links neben dem Balkonfenster,
sind relativ schmal (80 und 60 cm) und aus 1,5er Blech. Davor kommen noch ziemlich schwere Vorhänge.

Die BKA´s (so nennt Fa. Renz die Dinger) hinter den Lautsprechern bestehen aus
70 Baso - 1,0 Blech - 30 Baso - Lochblech und absorbieren fast 100%.
Dadurch hat man das Gefühl die Wand hinter den Lsp ist einfach weck.
Zusammen mit der Acourate-Korrektur ergibt das eine irre Räumlichkeit.

@Gerd
Das Abstrahlverhalten der Kef´s ist wirklich nicht ideal, aber genau das wird ja durch
den Convolver größtenteils korregiert. Ob andere Lsp´s wirklich noch viel bringen
müßte man mal testen, aber so richtig kann ich mir das kaum vorstellen.
Ich war letztens in Hannover bei PPC. Die haben u.a. auch K&H. Wer weiß...  :;049

Wichtig für mich war auch generell die Entdeckung des PA-Bereichs.
Zukünftig werde ich mich wohl nur noch sehr selten in sog. Hifi-Läden blicken lassen.
Wenn ich daran denke, was ich in der Vergangenheit in Voodoo-Blödsinn investiert habe, wird mir schlecht.

Gruß
Andi



Offline daytona98

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Re: Problemraum - Bassfallen oder doch DBA ?
« Antwort #71 am: 14. Mai. 2010, 21:48 »
Hier nochmal die Wasserfälle vorher und nachher.
Die Wirkung der VPR´s läßt sich imo ganz gut erkennen.
Der ersten Längsmode können die Stahlplatten wenig anhaben, aber oberhalb 50 Hz...
Hat vielleicht jemand ne Idee wo die sehr schmalbandige Resonanz bei 100 Hz herkommen könnte?
Raummmoden hab ich da eigentlich keine. Heizkörper, Türen...??







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Re: Problemraum - Bassfallen oder doch DBA ?
« Antwort #72 am: 15. Mai. 2010, 13:09 »
Hi Andi,

hast du bei der RME auch mal die analogen Ausgänge der Soundkarte genutzt oder sind nur die symmetrischen der Erweiterungskarte in Betrieb?

Gruß
Holger
Gewerblicher Teilnehmer
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