Autor Thema: Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke  (Gelesen 14452 mal)

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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« am: 07. Jul. 2009, 17:06 »
edit pinoccio: Thread nur für Berichte und Eindrücke von Teilnehmern des Vovox-Kabeltests.
Diskussion bitte in diesem Thread: >Vovox Kabeltest - Diskussion<


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Ich beginne nun mit dem Einstellen der Beiträge der Hörer des Tests. Ich lasse die Namen mal weg, damit man nicht in Versuchung kommt von vornherein in bestimmten Schubladen zu denken.
Leider hat mich der ÖsiAdministrator unverhofft aus seinem Forum entfernt, so fehlen mir vermutlich ein paar Beiträge. Desweiteren hat Markus Berzborm nicht nur am längsten die Kabel behalten, sondern es trotz mehrmaligen Nachfragens auch nicht für nötig befunden den versprochenen Höreindruck zu formulieren.
Insgesamt hat der Test doch sehr lange gedauert, obwohl es eigentlich nicht viele Teilnehmer waren.
Im Moment hat Klaus (KSTR) noch die Kabel zum Messen, aber er hat gleichzeitig auch ein bisschen wenig Zeit, auf die Messungen müssen wir noch ein bisschen warten.
Also nun, ich beginne mal...
« Letzte Änderung: 08. Jul. 2009, 12:34 von pinoccio »
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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #1 am: 07. Jul. 2009, 17:10 »
Teilnehmer 1:

Ich musste mich ganz weit subjektiv zurücklehnen damit ich überhaupt etwas von meinen wahrgenommenen Eindrücken berichten konnte, was ich hier mit einer Art Hörschwurbeltagebuch auch versuche. Wer sich bei diesem Bericht an meiner zeitweise auftretenden Ironie stört, sollte besser gar nicht weiterlesen. Es liegt nicht in meinem Interesse "Kabelklang" zu beweisen oder zu widerlegen, das war mir schon immer piepegal und dafür bin ich als >Plastikohr< auch gar nicht geeignet.

Zunächst zu den von mir verwendeten Komponenten:

Magnat 908 (eine rechts und eine links)
Cambridge Vollverstärker 840A
Cambridge CDP 740c
Abit Airpace WLAN-Audiobridge
Die vom Notebook per Foobar abgespielte Musik wird über WLAN  an den Abit-Netzwerkclient oder WLAN-Audiobridge, über dessen optischen digitalen Ausgang an die digitalen (optischen) Eingänge des 740c, somit in den internen DAC des 740c eingespeist und auf 24bit/384khz hochgesampelt. Frag mich hier bitte keiner nach klanglichen Unterschieden. Hab ich nie getestet, finde die Anzeige "24bit/384khz" auf dem Display des 740C einfach erwartungshaltungssteigernd und das mache ich mir sicher nicht kaputt

Nur für Interessierte: Über die derzeitige Raumakustik(behandlungen) gibt’s hier im ABH einen >Extra-Thread<

Nur für Tuninginteressierte: AMP und CDP/Abit hängen mit je einem Netzkabel TMR NK2 jeweils an extra Wandeinbausteckdosen von Kopp. LS-Kabel sind zurzeit Sommercable Elephant 4x2,5mm² mit Bi-Wiring in 2x3,50m Länge - ohne Bananas mit absichtlich blanken Litzen. Die Tröten stehen auf insg. 8 Gummipucks, jeder davon geht bis zum Boden. AMP und CDP stehen natürlich auf lackierten Kernholzbuche-Basen, welche wiederum vibrationshemmend auf resonanzableitenden Füßchen aufliegen, die wiederum auf einem Ikea-Oppli stehen.

Nur für holzohrige PimpMyHifi-Interessierte, welche auch Wert auf Optik legen und daraus einen Mehrwert ziehen: AMP und CDP/Abit hängen mit je einem Netzkabel TMR NK2 jeweils an extra Wandeinbausteckdosen von Kopp. LS-Kabel sind zurzeit Sommercable Elephant 4x2,5mm² mit Bi-Wiring in 2x3,50m Länge - ohne Bananas mit absichtlich blanken Litzen. Die Tröten stehen auf insg. 8 Gummipucks, jeder davon geht bis zum Boden. AMP und CDP stehen natürlich auf lackierten Kernholzbuche-Basen, welche wiederum vibrationshemmend auf resonanzableitenden Füßchen aufliegen, die wiederum auf einem Ikea-Oppli stehen.

Hoffentlich bemerkte das jetzt niemand…

Nur für die ganz Harten: WLAN-Übertragung im 5Ghz-Bereich ab Kanal 36 bei statistischer Lufttemperatur 20° per Intel WIFI 5300PCIe mit Treiberversion 12.1.2.1, Windows Vista 32 HomePremium > AVM Fritzbox 7270 mit Standardantennen und Laborfirmware  54.04.97-13483 > 2,00m CAT 5 Patchkabel > Netzwerkdose StöpselundSteck > 20m CAT5 Installationsleitungen > Netzwerkdose StöpselundSteck > 1,0m CAT5 Patchkabel auf Abit-Airpace, welcher über sein externes Netzteil an einer Master-Slave-Steckdose von Kopp angeschlossen ist.

Nur für mich: Mein Hörgestühl ist immer noch ein Schwingsessel vom Dänischen Bettenhaus


Die zu testenden Käbelchen:



Von links nach rechts: Das schwarz gekleidete Vovox Link Protect A mit holländischen Fähnchen, die von Reinhard mitgelieferte Vergleichsstrippe "Manhattan" (Bezeichnung stand so auf dem Splitter, deshalb nenne ich es mal so) und mein Belkin PureAV in Damenstrumpfhosen. Eigentlich sollte ja das (schwarze) Vovox gegen das (blaue) Manhattan-Kabel wegen der Vergleichbarkeit aller Eindrücke gegengehört werden. Allerdings musste ich den Test auf 3 Kabel erweitern. Somit durfte auch ein (silbergraues) Belkin PureAV zumindest an meinem Schwurbeltest teilnehmen. Mir kams im Verlaufe des Tests mit dem Belkin (für mich selbst) sinniger vor, weil ich es ja schon eine Zeitlang in meinem Setup benutzte.


Samstag 17.1.2009

Musik: Sidsel Endresen und Bugge Wesseltoft – "Try" (CD "Out here. In There")
Aufnahme zeichnet sich durch viel "Dreck, Schmutz und analogen Druck" aus, was jetzt nicht die musikalische Qualität betrifft, sondern es werden mMn viele kleine, vielleicht absichtliche, Nicklichkeiten erkennbar. So finden sich zu Anfang ein paar als Phantomquellen festgenagelte rhythmische und präsent-zarte Claps und Clicks, jede Menge Bass der trotz seiner sinuswellenartiger Gestaltung relativ strukturiert aufgebaut ist. Es lohnt die Öhrlibörs auf die einsetzende Stimme von Sidsel Endresen zu werfen. Hier dachte ich, dass mein subjektiver Test leicht zu Gunsten des Vovox gegenüber dem Belkin tendierte. Bassbereich war für mich marginal aufgedröselter und die Stimme als Phantomschallquelle nen winzigen Tick fixierter.

Nur, eine auffällig-präsente stimmliche Punktschallquelle, wäre jetzt eigentlich gar nicht so mein Ding.

RachelZ – "Moon on your hair" (CD "Grace")
Verwende ich gerne wenn ich das Gefühl habe, dass ich nervös erscheinende Repros bewerten sollte. Heißt: Wenn eventuell irgendwas nicht recht zusammenpasst, spielt mitunter für mich das komplette Percussion-Schlagwerk einfach neben der Kappe und das ganze Musikstück mit Stimme und Piano von Lacklederluder RachelZ (u.a. Live-Keyboarderin bei Peter Gabriel) ergibt für mich kaum einen Sinn - wirkt dann auf mich wie aus versch. Sessions zeitlich falsch zusammengemixt. Das mag daran liegen, dass dem Blechklopfkram auf der halbrechten Seite zuviel Aufmerksamkeit geschenkt wird (> Vordergründigkeit) Wie wird das ganze Geschehen aufgedröselt, damit der schmale Grat von "Nervosität" und "Hey das passt doch gut zusammen" nicht noch kleiner wird? Manchmal dachte ich, dass das Vovox dem Blechschlagwerk ein kleinwenig mehr Brillanz einhauchte und das Belkin sich ein kleinwenig bedeckter hielt. Zuerst war ich überzeugt, dass sich das Ausschwingverhalten vom Blechkram änderte. Diesen Verdacht konnte ich aber nicht bestätigen. Im Bezug auf Nervosität fiel mir auch nichts auf – ich blieb die Ruhe selbst.

Meinen Füßchen hab ich vorher natürlich angeordnet, dass sie reagieren sollten wenn ihnen etwas besser gefällt - sie hingen aber nur da wie immer…

Eric Clapton – "Leyla" (MTV Unplugged)
Konzentrierte mich hier nur auf den Anfang des Stücks bzw. wie die Gitarre in halbrechter Position auf mich wirkte. Hier habe ich - nach 5x umstöpseln - das unstete Gefühl gehabt, die Gitarre würde etwas griffiger gespielt werden, wenn das Vovox angeschlossen war. Machte sich für mich u.a. auch in einem plastischeren Gesamtbild bemerkbar.

Merkwürdig, sollte hier eine sehr leichte Betonung oberster Frequenzen im Spiel sein? Das ging ja gut los…


Sonntag 18.1.2008

Musik: Tracy Chapman "Our Bright Future" (von gleichnamiger CD und nur direkt von CD gehört. Nix Streaming, weil Sonntag war)
Der Song ist mE ziemlich klar, trocken und wuchtigem Bass aufgezeichnet. Das, Tracy Chapmanns Gesang und ihre Gitarre sollten sich doch hervorragend eigenen um die am Vortag wahrgenommenen Eindrücke noch mal zu überprüfen.

Fing mit dem Belkin an und den Wechsel zum Vovox hielt ich für Nonsens. Kann gar nichts beschreiben, was mir dabei aufgefallen wäre. Vielleicht doch der Bassbereich etwas anders? Die Gitarre wieder griffiger? Schließlich hatte ich genau deswegen diesen Titel rausgesucht. Nix da, nur ergebnislos weiter hin – und her gewechselt.

Was war ich dabei froh, dass die verwendeten Kabel keine blödsinnigen Spannzangen hatten und ich keine Gewalt beim Einstöpseln gebrauchen musste. Vermisste sehr stark ne bequeme Umschaltgelegenheit. Den Gedanken meinen alten CDP Denon 1520 mit fixem und variablem Ausgang zu verwenden, so dass ich per FB die AMP Eingänge umschalten könnte, verwarf ich wieder, da Masse nicht geschaltet wird und die Kapazitäten beider Kabel anliegen würden. Zudem geht der variable Ausgang zusätzlich über ein Poti bzw. Spannungsteiler. Jesses… was machte ich mir da eigentlich für einen Kopp? Konnte ich schon in der Vergangenheit (also von 1987 bis 2004) keinen Unterschied zwischen variablem und fixem, voll aufgedrehtem, Ausgang des 1520 vernehmen. Zum ersten Mal kommen mir Gedanken, dass ich die Kabel einfach an den nächsten Teilnehmer weiterschicken sollte. Sollte doch der sich mit rumplagen.  :peitsche:


Montag 19.1.2009

Nachdem unser komplettes DSL inkl. Festnetzanschluss ausgefallen war und ich mit 1und1- und Telekom-Hotlinie und Kontrolle meiner Zugänge bzw. auch denen von Nachbarn beschäftigt war, wars bei mir zeitlich etwas begrenzt. Auch ertappte ich mich immer öfters dabei, dass ich gar nicht testen wollte, sondern nur Musik hören. Völlig egal was für ein Kabel dran ist, ich mochte doch einfach nur hier sitzen. Diese Sitzgelegenheiten sollte ich übrigens noch haben, denn so ein kapitaler DSL und Telefon-Ausfall machen dafür schon irgendwie Sinn…

Musik: Haindling - "Rahmenbedingungen für eine Entspannung" (CD "Karussell")
Haindling ist bekanntlich Spezialist und Sammler von fremdartigen Instrumenten aus aller Welt, wohl auch ein Klangsucher und sein Instrumentarium dürfte zurzeit unerschöpflich sein. Bei Interesse einfach hier lesen: Haindling feierte seinen 60ten Geburtstag: http://wurzel0.de/de/people/hjb/index.html

Die "Rahmenbedingungen" hab ich deswegen ausgewählt, weil da eine Art Schüssel (tibetanische oder bayrische Riesenklangschale?) penetrant angeschlagen, sehr schön und stimmungsvoll von Buchner mit dem Piano untermalt wird. Dacht mir es würde interessant sein, wie sich die Anschlaggeräusche bei der Repro geben würden. Dachte ich… hörte auch hin wie ein Buddha aber so richtig konnte ich nichts festnageln.

Entspannend woars awwer jetzad doch…

Musik: Norah Jones "Not too late" (gleichnamige CD)
Das Stück ist ziemlich spärlich instrumentiert, sonst sehr ruhig aber dafür liefert N. Jones aber eine sehr schöne und intime Atmosphäre. Die Wahl war Absicht, weil ich singende Mädchen sowieso mehr als Männer mag und mich interessierten die Schwebungen von Norahs Piano und dem mitten im Stück einsetzenden Mellotron (wenns denn tatsächlich eines ist)

Diesmal lief die Musik zuerst über das Vovox. Umgestöpselt hab ich dann nicht aufs Belkin, sondern auf Reinhards mitgelieferte Manhattan-Strippe. An dieser Stelle könnte ich Reinhard den Frack verfluchen: Seltsamerweise fand ich hier das Manhattan besser.


Fortsetzung folgt!!
« Letzte Änderung: 08. Jul. 2009, 12:18 von pinoccio »
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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #2 am: 07. Jul. 2009, 17:11 »
Ich hatte ja jetzt genug Zeit, so ohne DSL.

Musik: John Lord "Pavane" (CD "Sarabande" Remaster HifiVision von 1987 "Klassik&Pop Nr.1 – Hot and Suite")
Originalaufnahme der kompletten Suite ist von 1976. Obwohl die 87er CD-Remaster von HifiVision nur 6 der 8 Sätze enthält, halte ich es für eines der besten Remaster überhaupt. Damals wurde von Harald Kuppek nicht die Musik in Einzelteilen totgeprügelt, sondern mit Verstand restauriert und dabei eine wunderbare Gesamtstimmung herausgearbeitet. Schön, wenn also nicht Einzelaspekte wie Transparenz, Tiefbass und Durchzeichnung im Vordergrund stehen, sondern die mit dem Medium zu transportierenden musikalischen Inhalte. Denke aber auch, mit diesem HifiVision-Remaster wird auch die tontechnische Glanzleistung von 76 erst richtig erkennbar, denn die LP-Version und die  spätere CD-Remaster-Spitfire-Version von 2001 reichen da mE nicht heran.

John Lord, Andy Summers, Pete York und damalige Münchner Konzertmeister Eberhard Schoener als Dirigent der ungarischen Philharmonie kreierten mMn mit der Suite "Sarabande" nicht das übliche Rock goes Klassik Gewäsch sondern eine besondere Art der Synthese beider Lager. Im Prinzip schufen sie damals ein eigenständiges Klanggemälde mit deutlichen Bach-Anleihen. Das entspannte und entspannende Stückchen "Pavane" ist sicher melancholisch, hat aber mMn doch ein paar Eigenheiten auf Lager, welche man auf den ersten Blick eventuell nicht erkennen mag. Zum einen ist es die von Andy Summer toll gespielte klassische Gitarre, welche penetrant links im LS auftaucht, trotzdem zur Mitte in die Raumtiefe eine leichte Hallfahne reinschiebt. Die wunderschön perlenden Pianoläufe John Lords, welche im späteren Teil des Stückes jazziger werden und insgesamt, trotz der Einfachheit - ja vielleicht auch gerade deswegen - sehr ausdrucksstark wirken. Das von dem damals jungen Eberhard Schoener dirigierte Streichelorchester der ungarischen Philharmonie, welches unheimlich feinnervig und tief in den Raum reicht… nein, reichen kann und zu guter Letzt der wunderschön und melodisch gespielte Bass von Paul Karass. Mein Ansinnen war hier, was sich in der Raumabbildung ändern könnte und was in dem Zusammenspiel und Farbigkeit von Piano und Gitarre - welche eben ziemlich nah mikrofoniert wurden – passieren könnte. Bei manchen Systemen wirkt(e) z.B. die Gitarre wie nachträglich eingesetzt und die "raumfüllende und swingende Synthese" mit Streichelorchester, Mark Nauseefs Percussions, Lords Piano und Karass Bass geht flöten, wenn sich z.B. der Raum nicht richtig "öffnen" mag.

So im Hinterkopf hab ich ja immer noch meine erlebte Repro der TMR100, damals gehört bei Thomas (tmr) in seinem Berliner Showroom. Ich hab mir seitdem nie wieder so intensiv diesen mach– oder fühlbaren Raum in die Tiefe einsuggeriert, mir damals beim Hören vor lauter Freude fast in Andys (Inthro) Höschen gemacht und so möchte ich es daher gerne in Zukunft hören – aller Inkontinenz und Neutralität zum Trotz.

Zuerst mit dem Manhattan gehört und umgesteckt auf Vovox. Hätte ich hier nach Geschmack gewählt, hätte ich glatt das Manhattan-Kabel genommen. Warum kann ich hier nicht genauer sagen, es kam mir einfach so vor, als würde das gesamte Geschehen homogener wirken.

Es gibt bei der Suite "Sarabande" noch das Stück "Gigue" mit Lords rotzigen Hammondeinlagen und einem klasse Schlagzeugsolo Pete Yorks und Perkussionist Mark Nauseef. Diesmal zuerst Manhattan, dann Vovox und zum Schluss das Belkin. Tja… jetzt wollte ich doch glatt das Belkin nehmen. Meinte, dass es mehr Druck aufbaute und der am Ende des Stückes komplette Orchestereinsatz prägnanter und stabiler gewesen wäre.

Schön, von "Sarabande" hab ich nun auch mal wieder für 2 Stunden gehört.  :;036

Musik: Paul Millns "Yesterdays Hero" (CD: "Finally falls the rain")
Die Aufnahme (nur Piano und Gesang) ist von Jeton und dieses Label war/ist auch dafür bekannt, dass ausgezeichnet aufgenommen wurde, kaum dynamikkomprimiert und auch sonst sehr wenige Bearbeitungen getätigt wurden. Trotzdem wurde ich zu meinen JBL-Zeiten nie das Gefühl los, dass es gerade bei Aufnahmen mit Gesangsparts doch ein bisserl hapert. Dachte ich, bis ich 2006 eine kleine passive Geithain ME100 (bei Claus Bücher) mit genau diesem Titel hören konnte. Paul Millns sang zwar in der Repro immer noch kehlig aber plötzlich mit mehr Gefühl und Schmerz in der Stimme – heißt technokratisch übersetzt: Die Vordergründigkeit löste sich zugunsten eines homogeneren und aussagekräftigeren Gesamtbildes auf.

Millns hat sicher einen ziemlich kehligen Gesang (denke schon, dass der Live auch nerven könnte) allerdings verstärkt sich das mMn doch gravierend, wenn an einem Wiedergabesystem der Präsenzbereich zu stark ausgeprägt ist. Meinetwegen auch ein Wiedergabesystem vermehrt irgendwelchen Klirr oder sonstige Verzerrungen produziert. So steht mE diese Aufnahme, insbesondere bei etwas lauteren Pegeln, sehr schnell auf der Kippe zum Unerträglichen. Sie ist es aber eigentlich nicht, sie verlangt halt etwas vom System und mit Sicherheit darfs dann keine Präsenzbetonung sein. Wenn dazu noch etwas Grundtonmangel kommt, scheint Millns direkt aus den Hochtönern zu krakeelen.

Deswegen war hier meine Absicht, dass ich vielleicht auf einen "gefühlten Nervfaktor" meine Lauschlappen richten könnte. Zuerst hörte ich mit dem Belkin, dann mit dem Vovox und zum Schluss das Manhattan. Das Manhattan hätte ich hier übrigens einfach weggelegt. Lags vielleicht doch nur am 3x hintereinander abhören? Ich weiß es nicht aber vorziehen würde ich nun das Belkin PureAV. Ich fands einfach stimmiger. Ob sich damals die Ludwigsburger Tontechniker auch so einen Kopp gemacht haben, was "stimmiger" spielt?

Nach dem Test hab ich übrigens festgestellt, dass ich das Belkin entgegen seiner aufgedruckten Laufrichtung angeschlossen hatte. Vielleicht lags ja daran…
Nun ärgerte ich mich fast, dass ich diesen Kabeltest machen wollte und musste danach unbedingt an die frische Luft, um mir den/einen nächsten Plan auszutüfteln wie ich nun weiter vorgehen könnte. Da von mir der Ausflug an die frische Luft zur Besichtigung des Telekomdilemmas genutzt wurde; sie hatten nun schon 4 Löcher aufgebuddelt, weil das "Kabel" alle paar Meter einen Frost – bzw. nach auftauen des Bodens Feuchteschäden hatte, die Buddler gerade auf einen Techniker warteten, angeblich über 3000 Anschlüsse betroffen waren, das Spiel wohl noch Tage dauerte und ich so viele Snickers gar nicht essen kann ohne Verstopfungen zu bekommen, kam mir die Erleuchtung:


"Me and a gun" von Tori Amos (CD "Little Earthquakes")
Ohne jetzt näher auf den Text einzugehen, dieser Titel half mir mal bei einem positiven CDP-Blindtest. Tori singt Acapella und sehr trocken auf halbrechter Position. Durchaus etwas höher als die Tröten sind und mehr in die Tiefe gestaffelt als die hinterste Rückwand der Hupen reicht. Ist doch eigentlich stark, was man sich so alles einsuggerieren kann, oder? Unglaublich, dass es scheinbar doch Parameter gibt, die diese eigenen Illusionen auch noch erleichtern können.

Nun denn, angefangen hab ich mit dem Manhattan, dann Vovox und danach Belkin. Ich würds Manhattan nehmen, dann das Belkin und zum Schluss das Vovox. Empfand die S-und Zischlaute beim Vovox etwas zu überdreht, auch nicht immer Teil von Toris Stimme. Kam mir manchmal so vor, als würden die Zischlaute von Tori seitwärts wegfliegen würden. Sonderbar…

Mittwoch 21.1.2009

Eigentlich wollte ich ja zuerst nen Ausflug zur Klassik machen. Aber nun mochte ich aber mal mit was anderem ran. Etwas lauter und brachialer, weil heute mein DSL mal funktionierte und mal nicht funktionierte nahm ich funktionierende Elektronik…

Musik: Henri Petterson "Lifestyle" (EP "Traveller")
Bei "Traveller" handelt es sich um eine EP die bei dem Netlabel "No-Response" >veröffentlicht<wurde. "Lifestyle" hatte ich mir deswegen rausgesucht, weil Petterson damit quasi Normen der Stereobegrenzungen auflöst. Ein Bass-Arppegiator läuft mit einer Art Ping-Pong-Stereo hin und her, dazu ein stetiger freischwebender Basssweep, welcher entweder aus einem Sample bestehen könnte oder zumindest im Takt mit einem tieffrequenten Impuls getriggert wurde, so dass er noch mal außerhalb der Achse pulsiert. Ich mag das, wenn Musiker und Produzenten die Räume nutzen. Ist ähnlich wie beim Fußball, denn das Rumgeschiebe im eigenen Strafraum ist nicht meins, ist mir dann ein zu neutral-passives Verhalten. Auf dieses sich auftuende 180° Schallfeld wollte ich mein Ohr legen. Hab ich auch gemacht, ein Kabel nach dem anderen probiert und mir ist nichts Erwähnenswertes dabei aufgefallen.

Aber so schnell geb ich nun auch nicht auf…

Musik: Trentemöller mit "Evils Dub" (CD "The Last Resort")
Dub, Trance, Techno, Ambiente und was weiß ich noch alles – so könnte man die Produktionen von Trentemöller wohl einsortieren. Auf jeden Fall ist's elektronische Musik vom Allerfeinsten mit allerhand modernen Effekten, enormer und raumfüllender Klangqualität und quasi jedes Glitch befindet sich am passenden Ort. Was mich aber an "Evils Dub" speziell interessierte war u.a. der Tiefbass aber auch eine Art filigran-sphärisches "Raum-Rausch-Gate" nach 8tel zur Bassdrum getriggert am Anfang des Stückes, welches mitunter losgelöst von den LS im Raum phasig schwebt und das ganze gemalte Kopfkinoszenario bedrohlicher wirken lässt.

Blöd, hatte anfangs wieder das Umstecken vergessen, weil ich beim nächsten Titel "Always Something Better" weiterhörte – ist nämlich ein Mellotron drinnen und bei Mellotron muss ich stillhalten. Na gut, beim 4ten Titel "Snowflake" in Folge erinnerte ich mich wieder an den Test und meine Versprechung das auch noch zu machen und hätte mir dafür in den Boppo treten können.

The Winner > Belkin PureAV. Weil ich einfach empfand, dass es ein paar wandernde Pitchbends deutlicher rausschälte bzw. sie sind mir erst damit wieder aufgefallen. Wenn jemand als Eletronikfrickler bzw. Musiker einer imho 128er Sequenz Beckenschläge als Modulation Pitchbend überstüplt, dann will er auch, dass man es hören kann. Beim Manhattan und Vovox konnte ich keine Unterschiede wahrnehmen, empfand sie als identisch.

Wollte noch mit Trentemöller ein bisserl weitertesten aber bei "Moan – Trentemöller-RadioMix" (CD "Chronicles") hatte ich aber plötzlich hüpfende Mädchen in der Bude. Diesen aufkommenden Freuden im eigenen Haus musste ich natürlich sofort, entschlossen, unemotional und mit äußerster intellektueller Härte entgegentreten…

Musik: Stockhausen – "Klang – Die 24 Stunden des Tages"
Ok… das war jetzt nur ein (blöder Insider) Scherz.   :aetsch:

Musik: Anna Moffo - Glöckchen-Arie (Lakme, Delibus) Orchester der Oper Rom Dirigiert von Tullio Serafin, RCA 1960
Das Ding mag zwar wirklich uralt sein, aber mein Zugangsöffner für Arien. Ich finde, Anna Moffo hatte eine sehr von innen heraus strahlende Stimme. Mein klangliches Anliegen war hier, wie, trotz wirklich toller Aufnahmequalität, die doch vorhandene Rauhigkeit der Aufnahme eventuell mit Kabelgedöns beeinflussbar sein könnte. Mit viel Goodwill konnte ich mich mit Anti-Stefan aufs Belkin einigen. Aber das ist mehr ein Gefühl von ihm, als es jetzt eine regelkonforme Wahrnehmung der Beiden gewesen wäre.

Ich hatte den Test später noch mal ohne Anti-Stefan wiederholt - Der Typ hat eindeutig ne multiple Meise.  ?:I

Musik: CD Denon New Releases Classical Sampler 1985/86
Mozart – Violin Concerto No.5 (Kantarow/Hager)

Nachdem umstöpseln vom Manhattan zum Vovox ist mir aufgefallen, dass da jemand im Takt eine Triangel schlägt. Toll hatter das gemacht! Übrigens, er machte das mit allen anderen Kabeln auch kompromisslos gut.

Weber – Der Freischütz (selbe CD wie oben)
Tolle Liveaufnahme von Denon mit atemberaubender Dynamik. Unterschiede wahrgenommen? Fehlanzeige.

Außerdem hörte ich noch von versch. CDs Werke von Mahler, Bach, Satie, Ravel, Beethoven, Haydn, R.V. Williams, Debussy, Puccini usw. usf. bis zum Abwinken.

Es gelang mir dabei nicht etwas greifbar zu machen. Das heißt, es gelang mir anfangs schon, aber mal fand ich das Vovox stimmiger, mal das Belkin und manchmal auch das Manhattan. Hier und da fand ich mal ein Geiglein besser reproduziert oder angesägt, dort ein wolkiges Glöckchen präsenter oder luftiger angeschlagen und manchmal auch Chöre gestaffelter. Aber alle anschließenden Gegentest bzw. umstecken auf vorheriges Kabel lieferten mir nichts Verwertbares. Vielleicht hätte ich die Gegentests nicht machen sollen und einfach meiner Wahrnehmung vertrauen…

Das war ja unglaublich viel Musik, außerdem hatte ich vom vielen umstecken nun "Rücken", vom hin- und herlaufen auch etwas "Fuß" und mit diesen Gebrechen kam ich Mitten in der Nacht zum nächsten Test…

22.1.09 Donnerstag

Knorkator – "Ich hasse Musik" (CD "Ich hasse Musik")
Die Lyrics zu dem Titel bitte hier nachlesen. http://www.magistrix.de/lyrics/Knorkator/Ich-Hasse-Musik-90964.html
Knorkator mag ja nicht jedem gefallen, vielleicht auch manchem suspekt vorkommen, aber aus ihrer Verquickung von Industrial-Metal, Keyboard-Sequenzen verschiedenster Formen, harten (Breitwand)Gitarrenriffs, klassischen Melodiebögen, polyphonem Gesang vom anderen Stern und einem nicht mehr messbaren Ausmaß an Abgedrehtheit, welches zusammen für pure Ironie sorgt und das Genre komplett auf die Schippe nimmt, ist jedenfalls ein hörenswertes Gesamtkunstwerk entstanden. Zudem nicht mal schlecht aufgezeichnet. Mein Fokus lag bei höherer Lautstärke den (bei dieser Stilrichtung üblichen) harten Breitwandgitarren und dem Gesang, der durchaus beeindrucken kann.

Beschränkt wie ich bin hab ich mich auf Vovox und Manhattan beschränkt. Außerdem machte den Test im Sweetspot und bewusst (tagsüber) noch mal im "Nebenraum". War also pure Absicht, denn manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht und sollte ein paar Schritte zurückgehen. In beiden Fällen konnte ich aber keine Unterschiede wahrnehmen. Die Zuhilfenahme von Ehefrau und zwei fallenden Plastiktüten halfen mir auch nicht weiter. Ich schwöre! Ich hab sie absichtlich zum Einkaufen geschickt, damit sie noch mal heimkommen kann. Ein zweites Mal wollte sie diesen Test aber nicht wiederholen.

Wenigstens lief mein DSL zwischenzeitlich wieder….

Musik: Tamia & Pierre Favre mit "Wood Song" (CD "De La Nuit.. Le Jour")
Schlagzeuger Pierre Favre und die Sängerin Tamia schufen 1988 mit Toning Jan Erik Kongshaug in den Osloer Rainbow Studios ein sehr phantasievolles Werk, womit sie Hörer zu sich auf die virtuelle Bühne bitten, damit diese an ihrer mystischen Spielweise teilnehmen können/dürfen. Hier geht’s nicht um Männertrommelgruppen welche ihre Scheidungen von ihren Lebenspartnern…./…ihren Lebenspartnerinnen verarbeiteten, sondern nur um intuitiv gespielte (z.T. fremdartige) Percussions und Tamias glockenklare Stimme, die bis in die obersten Lagen extrem sauber bleibt und einem allein schon durch ihre Intensität die Gänsefedern aufstellt. Meiner bescheidenen Meinung nach trennt diese Aufnahme auch sehr schnell die Spreu vom Weizen. Heißt in dem Fall: Was steht im Vordergrund? Bloße Technik mit Blick auf einzelne Klangfitzelchen oder einfach nur eindringlicher Hör – bzw. Erlebnisgenuss? Dachte mir auch, wenn sich etwas in den obersten Lagen oder Präsenzbereich verändern würde, dann könnte ich es mit dieser Produktion ausmachen.

Ich hatte mir für diesen Test über 2 Stunden Zeit genommen. Angefangen mit dem Manhattan, dann das Vovox und letztendlich noch das Belkin. Allenfalls könnte ich dem Manhattan und dem Belkin etwas mehr "Hinweise" auf Raumhall zugestehen. Dies spielte sich für mich aber in einem unwesentlichen Bereich ab.

23.1.2009 Freitag

Eigentlich hatte ich keine Lust mehr. Entschloss mich aber, diesen Tag doch noch zu nutzen.

Musik: Pink Floyd "One of the few" (CD "The Final Cut")
Die komplette 1982er Produktion "Final Cut" ist mir immer noch ein Maßstab was Abbildungsleistung einer Repro betreffen könnte. Damals nahm PF (eigentlich mehr Waters) u.a. die Zucharelli Holophonics um seine Realsamplebotschaften quasi schweben zu lassen. Speziell dieser Titel mit 1:15min  ist unglaublich luftig und "flirrend" angelegt. Waters spuckt, jammert und  singt halblinks auf einem Hocker ins Mikro. Stimmen und Gitarrenfetzen werden von rechts ins Klanggemälde eingefügt. Künstliche Hallräume mit leichten Tiefbassstrukturen machen das ganze sehr breit. Manchmal hab ich das Gefühl, ich müsste die umherfliegenden Stimmen und Gitarrenriffs quasi einfangen.

Vovox, Manhattan und Belkin: Es gab nichts, was mir dabei aufgefallen wäre. Manchmal dachte ich zwar, dass Waters z.B. mit dem Vovox nasser ins Mikro spucken würde, dies stellte sich aber als Nonsens raus, weil ich nach dem Umstöpseln auf Belkin o. Manhattan nichts davon übrig blieb.

Außerdem darf nicht jeder in meinem Wohnzimmer rumspucken. Wo kämen wir dahin? Ich bekam ja anschließend noch Besuch von der blonden Ulla…

Musik: Ulla van Daelen "MetHARPhosis" (CD "MetHARPhosis")
Ulla van Daelen ist mE eine ausgezeichnete und vielseitige Musikerin, welche sich gerne in jazzigen Gefilden bewegt und durchaus einen Hang zu kreativen klanglichen Spielereien mitbringt. Ihre Konzertharfe bedämpfte sie z.B. bei diesem Stück mit Watte, so dass sich ein sehr prägnantes und ungewohntes Klangbild ergibt. Sozusagen kurze, rhythmische und knackige Impulse, wenn sie die Harfe zupft bzw. anschlägt. Die klangliche Qualität der Produktion ist mMn übrigens sagenhaft.

Zuerst dachte ich, dass mit dem Vovox das Ganze etwas brillanter tönte. Als ich zwischendurch auf Manhattan und Belkin wechselte, kam ich zu der Überzeugung, dass dies ein Trugschluss war.

Musik: Grobschnitt – "Solar Music Part II" (Doppel-CD "Ballermann")
Ist die Studioproduktion ihres eigentlich halbstündigen Komplettwerkes von 1974. Teil II ist im Prinzip der Part, in dem analoge Synthies/Keys von Mist zur Höchstform auflaufen und Lupo ein wahnwitziges Gitarrensolo hinlegt. Eigentlich unglaublich, was die Mannen um Eroc 1974 da innerhalb von ein paar Tagen im Studio gezaubert haben. Gibt’s übrigens auch als Remaster – von jetzt Remastermann Eroc bearbeitet.

Klanglichen Unterschiede: Nix. Aber die Songs find ich immer noch klasse!

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Mir wurde es mit dem testen dann auch zu öde und das soll's deswegen von meinen reinen subjektiven Höreindrücken gewesen sein. Ob es nun tatsächliche klangliche Unterschiede bei diesen Kabeln gibt oder nicht konnte ich Hanswurstel freilich nicht klären, ist mir zudem Jacke wie Hose aber über die Inkonsistenz der/meiner verschiedenartigen Höreindrücken mag jeder sein eigenes Bild machen. In ganz düsteren Szenarien male ich mir aus, dass ein Zuschalten von blauem LED-Wohlfühllicht mir mehr Tiefe beim Musikhören generiert.

Hab auch noch nie einen Hehl draus gemacht, dass ich (Zuhause) Hifi als sehr vielfältiges (Sicht)Hobby betrachte und zumindest bei den künstlichen Reproduktionen von Musik im eigenen Wohnzimmer die/meine Illusionen suche. Wüsste deshalb nicht, was daran negativ sein sollte. Drum darf ein Kabel alles sein, bloß nicht schludrig gemacht und hässlich… Deswegen ist mir für meine Eindrücke die Bezeichnung wahrgenommen (und nicht "hörte") sehr wichtig, da ich mich selbst auch nie auf reines Hören reduzieren lassen möchte und werde, denn das wäre mir zuwenig. Selbst wenn keine Unterschiede in der Realität vorhanden sind/waren, so würde ich bei schlichter Verneinung, dass ich nichts wahrgenommen hätte, einfach mich und meine hier beschriebenen (Gesamt)Wahrnehmungen verleugnen. Andersrum betrachtet würde meine (hoffentlich funktionierende) "Autosuggestion" bei eingebildeten Unterschieden mir auch letztendlich vermitteln, dass ich etwas wahrnehme. Wie und warum ist mir dann in diesem Fall völlig wurscht. Andere mögen da einen Widerspruch sehen oder die Bezeichnung "einbilden" sogar als abwertend empfinden. Ich nicht! Bin der Meinung, dass wir uns immer vom Gehörten in Verbindung mit anderen Sinnen etwas ein – und ausbilden müssen. Plastikohren wissen so ungefähr, wo und wann sie sich bewusst an ihren "Ohrenaugen ziehen" müssen, damit sie sich beim Musikhören subjektiv wohl(er) fühlen…

Gestehe auch ein, dass ich mich außerstande fühle, das Wahrgenommene in einem BT (wäre er auch noch so gut) zu verifizieren. Nicht weil ich BTs etwa dafür nicht geeignet hielte, nein, ich mag sie besonders als Präferenz-BTs, sondern weil mir persönlich die Unterschiede viel zu klein und/oder unbedeutend wären und sind – sofern überhaupt welche vorhanden.
 
Was mir bei diesem Test (auch für einen privaten BT) ganz deutlich fehlte war eine bequeme (massefreie) Umschaltmöglichkeit. Allein die Umstöpselei dauerte mir immer zu lange, wenn ich z.B. dachte, ich hätte vielleicht eine reproduzierbare Klangveränderung ausgemacht. Es geschah nicht selten, dass ich deswegen auf den Zeitfehler oder "der zuletzt angebotene Reiz wird in der Regel stärker gewichtet"- Effekt reingetapselt bin, weil man/ich dann noch mal im 2ten Durchgang konzentrierter (?) hinhört und ich dadurch einige Tests länger machen bzw. auch wiederholen musste.

(Näheres und mehr zu diesem Effekt siehe >hier< im Zitierkasten "Problembeschreibungen" der TU-Berlin)

Das Dilemma funktioniert übrigens auch anders und zeigt mE eine weitere Problemstellung: Wenn B nun das Vovox gewesen wäre, wärs ja dadurch als besser von mir wahrgenommen worden. Wenn aber B das Belkin (oder Manhattan) ist, gilt das dann auch. Was wäre nun wenn A das Vovox ist, dieses tatsächlich "besser" wäre, B das Belkin und ich einen tatsächlichen Unterschied mit dieser/meiner zeitlichen Wahrnehmungsschwäche annullieren würde? Blindtestausrede? Nein, denn diesen Effekt hat man mMn aber auch sehr oft bei kurzen unverblindeten A/B Tests, wenn z.B. eine alte Komponente (Hördurchgang 1) gegen eine neue getauscht wird, hört man eben bei einer neuen Komponente im 2ten Hördurchgang anders hin, weil es ein zuletzt angebotener Reiz ist. Das hat auch nichts mit Kabelklang usw. zutun, könnte man durchaus auch auf LS-Vergleiche anwenden und es geht sicher bis hin zu den berüchtigten Faketests. IMHO nimmt man in einem 2ten Durchgang andere Bereiche bzw. Klangklassen der Musik event. anders wahr, weil die Aufmerksamkeitskapazität begrenzt ist, sie irgendwo hingelenkt werden muss und andere Bereiche wiederum deswegen bedämpft werden müssen. Diesen Effekt kann ich zwar durch einfaches bzw. öfters umschalten besser entgegenwirken, das ist aber mitunter sehr zeitintensiv. Manchmal höre ich mir ein Musikstück über ne Stunde im Vergleich an, aber Nulldurchgänge oder Kontrolltests sind als Alleinunterhalter kaum möglich. Mir zeigt das alles nur wie wichtig es ist, diese Fallstricke unserer Wahrnehmungen zu umgehen um zu ergebnisneutralen Tests kommen zu können. Völlig gleich WAS getestet wird!

Würde ich nun ein Kabel nehmen müssen, würde ich mir einfach irgendeins kaufen oder selbst etwas Solides mit Schirmung zusammenbrutzeln.  :to_drink:

Vielleicht spielt das Belkin aber auch gnadenlos alles an die Wand, weil:

Merkmale Belkin PureAV :
•Reduzierung von Signalverzerrung durch 99,9997 %-sauerstofffreie PCOCC-Kupferleiter und Lötverbindungen aus hochreinem Silber für exzellente Klangqualität
•Hybridleiter für konstante, präzise Klangwiedergabe und optimale Leistung in allen Frequenzbereichen
•Speziell angefertigtes, dielektrisches Polyethylenmaterial für stärkere Signale und bessere Klangpräzision
•Doppelte Schirmung zur Isolierung gegen externe Störungen für hervorragende Präzision
•Schutz vor Beschädigung der Adern zur Gewährleistung einer erstklassigen Audioübertragung durch integrierte Zugentlastung
•24 Karat vergoldete Stecker mit geschlitztem Mittelstift und 8 Schlitzen für einwandfreien Kontakt und geringen Signalverlust
•Rutschfester Gummigriff und Farbkodierung für problemlose Installation


Na…. wenn das nix ist*
* Ich meinte jetzt die rutschfeste Gummigriffe und Farbkodierungen  :toolaughing:
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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #3 am: 07. Jul. 2009, 17:12 »
Teilnehmer 2

N'abend,

also heute getestet und folgendes Ergebnis:

Wenn ich überhaupt irgendwelche Veränderungen "gehört" habe, dann welche die von der Größenordnung lächerlich sind und "unwissend/blind getestet" würde ich nicht die Hand dafür ins Feuer legen:

Vovox minimal brillanter/heller im Präsenzbereich und darüber hinaus sowie feiner auflösend (mehr Details) als das andere Kabel.
Dies hatte vielleicht einen minimalen Drang zur Unsauberkeit - vielleicht eine Art Klirr - weiß nicht, wie ich das besser beschreiben soll und war minimal bedeckter.

Was war das "Nichtvovox" eigentlich für ein Kabel?

Viel mehr kann ich nicht sagen, außer das beim Rückrüsten auf meine Selbstgefriemelten es mir irgendwie am meisten gefiel  grins
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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #4 am: 07. Jul. 2009, 17:13 »
Teilnehmer 3
Morgen Reinhard,

hoffe die Kabel sind letzte Woche wohlbehalten bei Dir angekommen.
Zum Hörtest und es kurz zu machen.............
Ich persönlichte das Vovox als ein klanglich erstklassiges Kabel, welches meine persönliche Referenzen in den Schatten gestellt hat, welche zuweilen 1000 Euro p.Meter kosten. Das Vovox vermag den Grundtonbereich sehr sauber und kontuiert darzustellen.
Insgesamt hatte man stets den Eindruck, dass das Vovox irgendwie authentischer (ehrlicher) abbildet.
Ein klasse Kabel, ganz unabhängig jeglicher Preisdiskussion. Hatte mehrmals gerade bei Live-Scheiben das Gefühl,dass mit dem Vovox es gelingt die Bühnenabildung einzufangen, was für mich zumindest sehr bemerkenswert ist.
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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #5 am: 07. Jul. 2009, 17:15 »
Teilnehmer 4

hallo Reinhard

Noch ein paar Tage, dann sende ich das Vovox Kabel weiter.
Ab jetzt höre ich die nächsten Tage nur noch CD und anschliessend mal kurz mit dem Laptop an der Anlage - MP3, Flac und sowas ...

Eben habe ich eine Blues CD aufgelegt:
McKenna Mendelson Mainline - Stink

Diese ältere Aufnahme hatte ich mal als LP Anfang der 70er. Heute muss ich mich mit einer CD bescheiden. Begeistert habe ich mich ja schon zum Vovox geäussert und, jetzt kann ich das nur wiederholen. Jegliche Spitzen, unangenehmen
Tonanteile, Unsauberkeiten vielleicht, werden mit dem Kabel ausgeglichen, dabei bleibt ein Grundton, der druckvoll ist und Kontur hat. Mitten springen mich aus dieser Produktion nicht unmittelbar an, was aber an der Aufnahme liegen mag. Mitten muss ich mir mit anderen Aufnahmen vergegenwärtigen. Der suchende Audiophile bin ich sicher nicht, aber Musik, die lebendig und wie plastisch scheinende Töne vorstellt, finde ich sicher auch in meiner CD Sammlung. Dazu greife ich halt auf aktuelleres zurück, wie z, bsp von Medeski Martin & Wood zusammen mit John Scofield. Oder was von Bela Fleck. Rumänische Zigeunermusik mit Taraf de Haidouks will ich dazu auch noch anhören.
Marc Ribot, vietnamesische Musik und Musik aus Sunda und Indonesien, auch aus Thailand (klassische traditionelle Musik, hört sich an wie Free Jazz) kommt noch an die Reihe.

Diese Blues - Stink, Cd, verschafft mir ein sehr krasses Schlagzeug, harte Schläge, auf die Snare und die Bleche der Becken und den schon angesprochenen klaren Bass, ein E-Bass. Die Gitarren flirren, klingen fast schneidend, bleiben dabei aber immer als schmerzfreier Ton der Lust macht, noch ein wenig lauter zu drehen.

Diese Produktion scheint mir eine eher bodenständige Sache, aber ohne Fehler, die wehtun, was sie aber mit einem anderen Kabel ganz sicher tun können, aber darauf mag ich gar nicht zurückstecken.

Auch das Manhatten spare ich mir, denn ganz sicher wird das übertreiben, wo mit dem Vovox alles ganz genau stimmt: Bass. Der ist sehr deutlich, bleibt aber fettfrei.

Das DNM lass' ich aus dem Spiel, denn Du hattest ja um den Vergleich zwischen Manhatten  und  VOVOX gebeten.

jetzt liegt COLD SWEAT 4 PLAY im Laufwerk.

Ich melde mich wieder.
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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #6 am: 07. Jul. 2009, 17:16 »
Teilnehmer 5


"schwarzes" Kabel: Direkt nach dem Umstöpseln von "blau" nach "schwarz"
wirkt das "schwarze" Kabel etwas träge, langweilig und zurückhaltend.
Der Eindruck des langweiligen verschwindet jedoch nach kurzer
Eingewöhnung, zurück blieb bei mir der Eindruck eines stimmigen,
ausgewogenen und nüchternen Kabels.

"blaues" Kabel: Es wirkte auf mich lebendiger, feiner und farbenreicher
als das "schwarze" Kabel. Allerdings auch unruhiger, das Zusammenspiel
der Musiker schien zu leiden, und nach kurzer Zeit ging es mir auf die
Eier.
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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #7 am: 07. Jul. 2009, 17:18 »
weiterer kommentar Teilnehmer 4

Das Vovox habe ich ja immer unmittelbar mit der Musik erlebt, die ich
grade so angehört hatte (was sonst) und bin deswegen jetzt auf meine
Erinnerung angewiesen. Wenn ich mich an den Vergleich zwischen Vovox und
diesem Manhatten erinnere. Das manhatten wäre immer noch eine Empfehlung
wert, wenn es gälte, die Schärfen im Hochtonbereich in Verbindung mit
entweder älteren, oder weniger gut geglückten Aufnahmen zurückdrängen zu
wollen.
Das Manhatten habe ich nur kurz gehört, aber, weil zu dieser Zeit die
Schärfen in meiner Anlage schon verschwunden waren, auch ohne Vovox, mit
diesem DNM, wollte ich nicht weiter mit ihm hören, sondern sofort nur
noch mit dem Vovox. Ohne das DNM und ohne das Vovox, wäre mir zumindest
mit weniger gelungen aufgenommenem Material das manhatten zumindest
vorübergehend eine Alternative gewesen. Seine sonore, grundtonauffällige
Fac'on, dieser warme und etwas üppigere Charakter, können ja auch, je
nach Gerätekonfiguration, harte und schrille, vordergründige
Musikdarbietung zumindest in diesem milden Lichte erträglicher machen.

Nun war aber das Vovox hier, und eben auch als Ersatz für das schon gute
DNM, ein besserer Ersatz, ein überzeugender Tausch des Guten gegen das
Bessere. Das Vovox erlaubte keiner Schärfe, glasiger Durchsicht
(igitt=glasklar!), agressiven Härten, ja auch nichtmal einem Anflug
dieser im ungünstigen Falle nur feinen, aufdringlich daherkommenden und
erst auf den zweiten Blick hörbaren Lästigkeit, sich ausbreiten zu
können. Das Vovox steigerte charaktertypische Eigenheiten, wie die einer
Stahl-Saite, die nunmal ganz anders daherkommt, zumal wenn sie energisch
gegriffen, als eine Saite aus Darm oder Acryl. So vermochte das Vovox,
jedem Ton seine ursprüngliche Eigenart deutliche herauszustellen, den
Ort von dem ein Ton herstammt, also von Holz, von Fell, von Blech, von
Stahl, Darmsaiten, Trommeln, Violinen - überall dort belässt es das
Vovox wie es ist, macht kein goldiges Gedöns und artiffiziös lästiges
geklimper, wo es nun mal nicht hingehört. Das Vovox schliesst, nein,
fasst zusammen, wo nichts ausufern sollte. Es bleibt verbindlich,
nüchtern, aber nicht fad' oder langweilig. Es ist kein Schönfärber, wenn
es gilt, nur tristesse zu übermitteln. Aber, wenns denn die Aufnahme
hergibt, dann flirrt die Luft und alle Farben die sich mittels Tönen
bemerkbar machen wollen, z. bsp Bläser, oder eine geschickt gespielte E
-Gitarre wie z. bsp John Scofield, werden mittels dieses Vovox
lebendig.
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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #8 am: 07. Jul. 2009, 17:19 »
Teilnehmer 7

hier ein paar Worte zu den Käbelchen, die ich bekommen und gehört habe.

Blindtest habe ich nicht gemacht, sondern immer selber umgesteckt.
Beide Kabel waren an verschiedenen Hochpegelengängen (mein Camtech hat
nur solche ;-) ) angeschlossen.

Mein Eindruck war, das Vovox Kabel spielte im Vergleich etwas "weiter
vorne", meint, z.B. die Stimme von Wolfgang Niedecken bei den Stücken
der CD BAP, Tonfilm, war deutlicher von der Begleitmusik abgegrenzt. Das
no-name Kabel rückte sie ein wenig weiter nach hinten in die
Begleitband. Das waren die Unterschiede, wie ich sie gehört habe.

Nora hat das sofort bemerkt und formuliert; für sie war es tatsächlich
ein Blindtest, weil ich nur gesagt hatte, sie solle hören, ob es anders
klingt. Welches Kabel gerade spielte wusste sie nicht - hat sie auch
nicht interessiert. ;-)

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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #9 am: 07. Jul. 2009, 17:19 »
Teilnehmer 8

Aber zum Thema. Das Vovox habe ich zwischen CD u. Vollverstärker geklemmt. (beides Marantz 17er Serie)
 
Gleich zuerst viel mir sofort auf, dass das Vovox gegenüber meinem Kabel (Straight-Wire Encore) gaaanz leicht abgedunkelt klang.

Im Bassbereich wars am deutlichsten zu hören. Es fehlte die Contour. Das Vovox weichte ganz leicht auf, verrundete die Impulse u. klang einfach weniger frisch u. knackig. Es klang langweiliger u. teilnahmsloser.

Dann klemmte ich dein Manhatten dran. Und was soll ich sagen. Das klang wieder richtig gut. So,wie ichs gewöhnt war.

Dieses Kabel ist wirklich gut. Was kostet das eigentlich? Ich habs nirgendwo gefunden imNetz:-((

Wenns nicht zu teuer ist, kannst du mir davon 2 Kabel schicken. ( mind. 2m - höchstens 3m)

Ich habe nämlich das Vovox bald rausgeschmissen u. wieder mit meinem Encore gehört. Aber die beiden Manhatten habe ich mit meinem Subwoofer verbunden. Und schlag mich tot, aber ich hatte (habe) das Gefühl, dass es mit diesen Dingern besser klingt.

Übrigens, eines der beiden Manhatten hat einen Defekt. Habe ich aber schon so bekommen.

Fazit: Vovox: ne, isses nicht!! Manhatten: sehr gut.!!!
« Letzte Änderung: 08. Jul. 2009, 12:17 von pinoccio »
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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #10 am: 07. Jul. 2009, 17:20 »
Teilnehmer 9

Hallo,

nach fast drei Wochen habe ich den Langzeit Kabeltest beendet. Ursprünglich wollte ich  den Test über einen
Stax SR404 mit Transistorverstärker durchführen, habe aber am zweiten Tag abgebrochen, da mir zu diesem
Zeitpunkt bereits klar wurde, dass ich keine drei Wochen intensiv unter dem Kopfhörer verbringen wollte.
Die Kabel wurden letztendlich ganz normal zwischen dem CD-Spieler und der Vorstufe angeschlossen. Vermutlich
war das bei den meisten Testern so.

Begonnen habe ich mit den Manhattan Standardkabeln. Die Stecker machen qualitativ keinen wertigen Eindruck.
Die Stecker sind angespritzt (vergossen), haben aber einen Überwurf aus Metall, der wenigsten ein bisschen
Wertigkeit vermittelt. Der Schirmring ist sehr dünn und bietet nicht an jeder Buchse festen Sitz. 
Es geht an dieser Stelle eben nichts über Spannzangenstecker. Die Leitungen sind mit einem "sexy Fishnet" umhüllt. Dieser Fetisch alleine reicht mir aber nicht aus.:-)

Die Vovoxkabel waren verarbeitungstechnisch schon etwas gefälliger. Aber auch in diesem Fall konnten die
preiswerten Neutrikstecker meinen Anspruch an sicheren Sitz nicht ganz erfüllen. Die Kabel sind -angeblich-
richtungsgebunden  und schlummern unter einem Gewebeschlauch, damit sie im Winter nicht frieren.

Ich bin eine ehrliche Haut und kann nicht über meinen Schatten springen. Daher möchte ich auch gleich im Vorfeld
zugeben, dass ich die Kabelparameter beider Testkabel schon am ersten Tag nachgemessen habe. Das tat ich, da ich
mir nicht ganz sicher war, ob der Test nicht eine Falle :-) sein könnte, und man irgendwo mit einem (oder mehreren)
versteckten  Nanofarads  oder Widerständen ein "worst case Szenario" zu schaffen...Es war aber diesbezüglich alles in Ordnung und der  Test konnte beginnen.

Das Manhattan kam zuerst dran. Es ersetzte ein Burmester Lila in asymmetrischer Konfektionierung, welches seit 3 Jahren
dort seinen Dienst verrichtet.  Nach dem Umstieg auf das Manhattan kam dann die grosse Überraschung....Es passierte -erstmal-
garnichts....alles wie vorher. Selbstverständlich kann man mir voreingenommenheit vorwerfen, aber ich werde hier aber nicht schwindeln! 
Auch nach über einer Woche hatte ich zu keiner Zeit den Eindruck, dass sich etwas verschlechtert hatte. Alles war wie gewohnt,
die Abbildung und der Gesamtcharakter blieben unverändert.

Nach gut 10 Tagen tauschte ich die Manhattan Kabel dann gegen die Vovox "Klangleiter" ...(wow!) :-)
Ich könnte jetzt ohne große Anstrengung von verbesserter Feindynamik, seidigerer Stimmwiedergabe oder schärfer
umrissener Rauminformation schreiben, aber das wäre in meinem Fall schlichtweg nich
wahr.
Hätte man die Voxoxkabel ohne mein Wissen eingesetzt, hätte ich das selbstverständlich nie festgestellt.
ich beschränkte mich bei meinen Hörabenden stets auf die selbe (kleine) Auswahl an  CD´s und SACD´s. Vielleicht interessiert´s ja den
einen oder anderen:


1.Mcduff/Defrancesco   It´s about Time
2.Meola                Orange and Blue
3.Meola                Kiss my Axe
4.Ponty                Tchokola
5.Sara K               Waterfalls
6.Dennerlein           Junkanoo
7.Film & the BB´s      Tricycle
8 Paul Kuhn Trio       Play it again Paul
9 Joshua Redman        Beyond

Warum ich hier überhaupt mitgemacht habe? Tja...Darauf habe ich ehrlich gesagt auch keine Antwort. Nach 25 Jahren
intensiver Beschäftigung mit Musikelektronik können Erfahrungen sicher nicht durch ein "stinknormales" Stück Kabel
umgeworfen werden.
Nach 3 Wochen Hörprobe habe ich noch ein paar weitere Messungen gemacht, die aber trotz vorhandener Differenzen keine
klanglichen beeinträchtigungen erwarten ließen. Messtechnische Differenzen gibt es übrigens IMMER(!). Es stellt sich
lediglich die Frage nach den Größenordnungen.
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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #11 am: 07. Jul. 2009, 17:21 »
weiterer Beitrag Teilnehmer 4

Habe das Vovox jetzt ja ein paar Tage hier und auch wenn ich ohne mich zu verrenken höre, darf ich sagen: das Kabel ist sehr gut.

Das DNM ist im Vergleich grob.

Das Manhatten, vor allem mit der Übertragung tieferer Frequenzen, die dick und warm tönen, kann mich im Dreieck mit den Verbindungen aus DNM und Vovox nicht wirklich begeistern.

Im direkten Vergeich Vovox ---> Manhatten, wirkt das Manhatten zwar sonor, Stimmen bekommen eine Tiefe, die ihnen aber in Wirklichkeit nicht innewohnt.

Eben, habe heute wieder zwei Schallplatten aus der Bucht bekommen, eine Rory Gallagher und eine uralte Don Byas Live Aufnahme aus 1941, zeigt das Vovox sofort, eben liegt Rory Gallagher auf dem Plattenteller, wie ausgewogen es klingt. Das Vovox zeigt den markanten Gitarrensound Rory Gallghers, dessen Spiel mich vor wenigen Minuten mit der DNM Verbindung nicht richtig packen wollte, nun auf drastische Weise so ansprechend, das Rory Gallagher, der aufregendere Produktionen veröffentlich hat, als dieses 'Photo Finish' genannte Album, mir doch gefällt.

Nun aber diese 1941er Aufnahme aus dem Minton's in NewYork - da ertönt das Tenorsaxophon mit Körper, hier auf angenehmste sonor, werde mir das auch noch mit dem Manhatten anhören, auch wenn ich mir von dessen 'zuviel' in dieser Hinsicht nix verspreche. Denn, die auch auf dieser alten Aufnahme enthalten höheren Frequenzen, der Gesang der Sängerin Helen Humes, sie singt 'Stardust', macht einfach eine Vorstellung aus diesem Gig, den ich so noch nie hören konnte. W u n d e r b a r !
Auf dieser Aufnahme, die Trompete von Joe Guy, da nervt einfach gar nix. Das Klavier, gespielt von Thelonious Monk, wer gerne so alte Aufnahmen hört, darf sich sehr wundern, wie klar und ausgewogen, ohne irgendeine Lästigkeit, alles klingt und - swingt.

So, jetzt noch James 'Blood' Ulmer' auch eine LP, hochgelobt wegen ihrer Aufnahmequalität: Recordet April 1994 LIVE @ the Bayerischer Hof
Habe ich auch als CD und obgleich mir immer wieder LP mehr zusagt als CD, in diesem Falle wollte mich die LP bislang nicht umwerfen. Aber, Vovox sein Dank, der elektrische Bass von Amin Ali geht ohne aufzudicken schön warm und konturiert ins Ohr, die elektrische jaulende Gitarre, unverwechselbar, hat genau die richtige Schärfe, die Töne der Gitarre perlen, dieser typische James Blood Ulmer Sound kommt, auch wenns etwas lauter wird, immer präzise durchhörbar. O.K. das können vielleicht auch andere Kabel. Das Vovox klärt, im besten Sinne, alles auf. Weil ihm dabei aber überhaupt kein Anflug von Schärfe unterläuft, gar nix ist gläsern oder so, alles ist organisch, macht seine Weise die elektrischen Impulse zu Tönen werden zu lassen, wirklich nur auf angenehmste Freude.
Das ist fast ein Wunder.

Jetzt noch akustische Gitarren, Boulou und Elios Ferré, eine Steeple Chase Record, pour Django , ein sowieso immer super gut klingender analoger Sound, auf allen Anlagen, aber hier, das ist unbeschreiblich. Die tieferen Töne klingen im Resonazkörper der Gitarren mit, auch mit hell klingenden, scharf gezupften Saiten, das ist jetzt hier sehr gut durchhörbar. Das kann auch schonmal weniger deutlich sein. Auch wenn ich diese Scheibe nun noch nicht mit dem Manhatten angehört habe, ich möchte fast wetten, der Resonanzkörper wird in der Wiedergabe dann gebläht, undeutlich, nur noch tief, warm zwar, aber unpräzise.

CD kommt noch an die Reihe, auch Aufnahmen, die mich bislang gerne nerven wollten. Nachher, heute abend später, wird mich der digitale Sat Klang unterhalten.

Gar nicht auszudenken, was eine zusätzliche Vovox Verbindung zwischen Amp und Lautsprecher anstellen kann?

Allerdings bin ich im Augenblick, auch so, 'nur' mit der Verbindung zwischen Vor und Endstufe, schon sehr
erfreut vom feinen Ton der hier auf einmal zu hören ist.
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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #12 am: 07. Jul. 2009, 17:23 »
Eigentlich gehört der Beitrag an den Anfang von Teilnehmer 4

Habe vorhin ein Paar der Vovox Kabel gleich angeschlossen und bin schon fleissig am hören.
Zuerst nur digital-Satradio.

Das ist schonmal ein wenig feiner, als mit den anderen Strippen wie mir scheint.

Verfärbungen = keine
Härten = keine
Tiefton scheint mir zunächst mal ein wenig deutlicher, etwas mehr Volumen, n i c h t aufgebläht ! Gut.


Eine Cd mit dem alten, billigen Marantz, der den CEC immer öfter ersetzt, macht ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Gehört habe ich eine japanische Denon PCM Cd

mit Musik von Archie Shepp. Vergleichen muss ich das noch ein paarmal, aber, mit dem HMS zu vergleichen, scheint mir jetzt schon überflüssig. Mit dem DNM Kabel mach' ich es gerne. Das sind aber nur Kleinigkeiten, das höre ich sofort.
Das Vovox hat etwas geschmeidigeres, wo das DNM noch gewissenhaft zeichnet, alles zufriedenstellend und ohne jede Aufdringlichkeit darstellt.
Die Musik einer anderen, sehr gut klingenden Cd
> beets < wird mit dem Vovox unaufdringlich, dabei aber plastisch und sehr angenehm inszeniert. Diese sehr lebendige Vorstellung genauer zu beschreiben ist nicht einfach. Vielleicht fällts mir später mit weniger audiophil aufgenommenem leichter.

Schallplatten kommen auf jeden Fall auch an die Reihe.
Schonmal jetzt auf die Schnelle gefragt: wieviel kostet denn so ein Päärchen Vovox Verbindung?

Wenn ich mich daran gewöhne und wieder zurückmuss, das könnte eine leichte Verstimmung zur Folge haben ...

Dieses Manhattan ... ? davon war nie die Rede.
Zuerst bleibe ich mal beim Vovox.
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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #13 am: 07. Jul. 2009, 17:23 »
Teilnehmer 10

1) tonal gibt es kaum Unterschiede. Auf jedem Fall kann ich nicht hören, ob ein Kabel heller oder matter als der andere klingt.
2) vor allem bei Klassik merke ich einen leicht klaren Klang mit dem Vovox-Kabel. Ich höre im Hochtonbereich weniger Verzerrungen, die Instrumenten haben einen leicht klaren Rahmen. Das wirkt vor allem, wenn viele Instrumente spielen.

3) bei lautem Pegel stört mir der Vovox- Kabel weniger.
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Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #14 am: 07. Jul. 2009, 17:27 »
wer seinen Beitrag nun vermisst, der möge mal sehen ob er seine Beschreibung noch hat, oder vielleicht aus der Erinnerung heraus eine abgeben.

Ich möchte die Ergebnisse selbst in keiner Weise bewerten oder einen Schluss draus ziehen, das soll jeder für sich selbst machen.
Wenn wir die Messungen haben, dann können wir ja sehen ob sich da was dramatisches tut. Insbesondere hat Klaus ein Paar eingebranntes Kabel (aus dem Test) und ein nagelneues erhalten, so kann man vielleicht sehen ob am vielbeschworenen Einbrennen messtechnisch was dran ist

viel Spass beim Lesen, zwei Teilnehmer waren superfleissig, ich denke man kann die sofort erkennen  ;)
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Re: Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #15 am: 08. Jul. 2009, 12:24 »
Hi

Thread haben wir (in Absprache mit Reinhard) aufgetrennt. Diskussion über den Kabeltest befindet sich nun >hier<

Gruss  :to_drink:

(Bei 2 Postings wegen besserem Überblick die Bez. "Teilnehmer" von schwarzer auf rote Schriftfarbe geändert)
« Letzte Änderung: 08. Jul. 2009, 12:33 von pinoccio »
Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen - Heiner Geißler

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Re: Vovox Kabeltest - Berichte und Eindrücke
« Antwort #16 am: 08. Jul. 2009, 16:39 »
hallo zusammen

Habe meine Berichte zwar wiedererkannt, kann mich nur kaum noch erinnern. Die von mir entdeckten feinen Unterschiede in der Wiedergabe der Klänge verschiedener Instrumente bewirkten in meinen Ohren wohl sowas wie Genuss, anstelle nur Zufriedenheit.

Bin ja zur Zeit eher sehr zufrieden mit dem Sound der Musik. Da das damals wohl schon so ähnlich war, möchte ich nur zu gerne wieder mit so einem Vovox Kabel die Musik beim hören geniessen können. Das Vovoxkabel stellte bei mir lediglich die Verbindung zwischen dem Vor und Endverstärker her, dennoch machte es auf mich diesen deutlich positiven Eindruck.
Ich finde, auch kleine Unterschiede können, wenn sie Ereignisse zurechtrücken, die in einem ihnen gemässen Licht richtiger erscheinen lassen.

Der typische Charakter bestimmter Töne, der unverwechselbare Klang eines Instrumentes, die Farbe,
das was ich auch schonmal als sogenannte Binnenstruktur bezeichnet woanders lesen konnte, scheint mir hier mit dem Vovox auf sehr überzeugende Weise erfahrbar.

All die Platten. die Aufnahmen die mir ohne Vovox jetzt schon so gut gefallen - ich will unbedingt dieses Vovox wieder haben! Ich mag nix messen und nix nüchtern erklären, denn, so ein positives Hörerlebniss kann auch bedeuten, daß man sozusagen fast sprachlos gar nix mehr mitteilen kann.

Das Vovox ist ein sehr gutes Werkzeug.






Gruß Ingo . . . . . . . . Last FM