Autor Thema: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)  (Gelesen 2811 mal)

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Offline batteries not included

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MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« am: 03. Apr. 2009, 13:27 »
Hier gehts zu dem Artikel, eine deutsche Kurzfassung. Wer des Englischen ausreichend mächtig ist, sei hier hin verwiesen.
Für alle die nicht lesen wollen: Die Youngsters werden von zB. Wiedergabe am PC und deren minderwertigen Speaker immer mehr vom "originalen" Klang der Musik entwöhnt, und ziehen mittlerweile in Tests das MP3 der audiophilen Wiedergabe vor. Die Studie hat 8 Jahre gedauert. Gemacht hat sie Jonathan Berger, Professor der Musik an der Stanford University.
Wenns so weiter geht müssen Musiker bei Live-Konzerten ein komprimiertes Playback einspielen, damit ihnen die Fans nicht davon laufen .....

Eine bekannte, aber erschreckende Entwicklung

LG, Erich
« Letzte Änderung: 03. Apr. 2009, 19:05 von batteries not included »
Ich nehme das Recht für mich in Anspruch, mir selbst zu widersprechen. Ich habe vor Dummheiten von mir zu geben, und bitte um die Erlaubnis, mich dann und wann zu irren. (Federico Fellini)

Offline Höhlenmaler

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Re: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« Antwort #1 am: 03. Apr. 2009, 14:11 »
guten Tag


Gestern habe ich mir von eMusic Tannhäuser als Mp3 geladen Ein Bekannter hatte mich einen Tag zuvor angerufen, im Hintergrund des Telefongesprächs lief diese Musik. Er spielte mir extra nochmal die Einleitung vor und erwähnte auch, daß da Bläser auf Hörnern blasen, die keine Ventile haben.  Tannhäuservon eMusic ist keine Schallplatte, klar. Mein digitales eMusic Kontingent war seit zwei oder drei Tagen wieder verfügbar, ne Schallplatte konnte ich auf die Schnelle nicht bekommen. In der Bucht sind mir bislang zweimal Wagner Schallplatten Boxen in die Hände gefallen.- Die Meistersinger von Nürnberch und auch die fette Walküre. Die Musik gefällt mir viel besser, als ich zunächst vermutet hatte, denn Wagner war in der Vergangenheit noch nie mein Ding. Tannhäuser - die Qual der Wahl, welche Aufnahme gefällt mir am besten? Als MP3 hatte ich auf eMusic aber gleich die Auswahl unter verschiedenen Aufnahmen.
Meine Wahl ist auf Artur Rodzinsky mit dem Orchestra Sinfonica E Coro Di Roma Della RAI gefallen. Von 1957. Die Unterschiede der verschiedenen angebotenen neueren und älteren Aufnahmen als mp3 verblüffen mich schon.

Die Klangqualität, bzw das, was mir diesbezüglich zusagt, mich anspricht, ist nun in dieser Aufnahme in meinen Ohren aufs angenehmste verwirklicht, ohne mich dabei grob anzufassen.



Allem immer nur mittels Mp3 zu lauschen, kommt mir irgendwie nicht in den Sinn. Schallplatten sprechen mich deutlich stärker an. Daß ich mir im Wagner Angebot der vielen Tannhäuser Aufnahmen diejenige aussuchen konnte, viele Vergleiche anhören, finde ich aber gut.

Wenn ich diese Aufnahme jetzt als Platte in der Bucht finden sollte, da biete ich dann mal mit. In der Bucht gibts diese Aufnahme, die mir als MP3 zugefallen ist, zur Zeit aber nicht. Die anderen angebotenen Tannhäuser sind aber alle sehr günstig.

So besehen, als Mittel zum Zweck oder um zu Aufnahmen kommen zu können, die ich mir gar nicht alle auf LP leisten könnte, mag ich MP3 schon. Nur Mp3 wäre aber nix.

.
 

Gruß Ingo . . . . . . . . Last FM

Offline Franz

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Re: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« Antwort #2 am: 03. Apr. 2009, 14:23 »
Zitat
Eine bekannte, aber erschreckende Entwicklung

In der Tat. Man kann sich wirklich soweit herunterhören, daß man nichts mehr bemerkt. Das kann man auch besonders in HiFi-Foren immer häufiger lesen. Stichwort: Blindtest. :;036 Die Leute sind aber selbst schuld daran, schließlich kaufen und hören sie den Klangmüll - und finden ihn noch gut. Na dann. Mich wundert diese Studie und deren Ergebnisse nicht mehr. Es kommt noch schlimmer. Die Klangqualität ist vor allem bei Jugendlichen sekundär, sie wollen eher die schnelle Verfügbarkeit bei allen Anlässen.

Gruß
Franz

Offline Höhlenmaler

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Re: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« Antwort #3 am: 03. Apr. 2009, 14:39 »
... und jetzt den Tannhäuser in der Bucht bestellt. Allerdings nicht die gleiche Aufnahme wie die aus dem obigen Mp3 Beispiel.

Die LP des Tannhäuser ist eine EMI Aufnahme aus 1961. Ich lass' mich überraschen. Zum Ausgleich gleich auch noch eine Boogie Woogie Scheibe, die mir seit 30 Jahren bekannt ist, die mal in meiner Sammlung war, mir aber abhanden gekommen ist.

Die Mp3 Jugendlichen werden, vermute ich mal, auf andere Musik zurückgreifen als ich. Der Mp3 Tannhäuser aus dem obigen Beispiel klingt in meinen Ohren schonmal ganz gut. Inwieweit die Schallplatte davon abweicht, sich unterscheidet und was mir dann endlich am stärksten zusagt, kann ich ja vergleichen, wenn die Platte hier eingetrudelt ist. Blind teste ich allerdings auf keinen Fall und auch nicht nur Kurz. Bei mir dauerts länger. Wahrscheinlich sogar ohne SweetSpot. 


Wagner selbst kannte ja weder Langspielplatten, noch Mp3.


Vielleicht kann ich ja sogar lohend gri(e)nen, wenn ich den Wagner im Wechsel von Mp3 zur Platte höre ...
« Letzte Änderung: 03. Apr. 2009, 14:45 von Höhlenmaler »
Gruß Ingo . . . . . . . . Last FM

Offline pinoccio

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Re: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« Antwort #4 am: 03. Apr. 2009, 15:50 »
Was ein platter Artikel.... mMn.

Zitat
Professor Berger is an accomplished composer and musician, with works available on Sony, Neuma, CRI and Harmonia Mundi record labels.

Scheinbar gibts wieder was Neues von Sony usw. , das man verkaufen kann.

Zitat
Kann man mit blechernem MP3-Sound glücklich werden? Und wie - hat ein Forscher der Stanford University herausgefunden.

In einer Langzeitstudie, die sich über acht Jahre erstreckte, hat Musikprofessor Jonathan Berger festgestellt, dass die von Klangenthusiasten vorgebrachten Argumente gegen MP3-Formate bei deren Benutzern auf buchstäblich taube Ohren fallen.

Und es kommt noch schlimmer: Nicht nur, dass das verdorbene Jungvolk keine Klangunterschiede mehr erkennt - es gibt inzwischen sogar den komprimierten Klängen den Vorzug. Systematisch entwöhnt von “echten” Tönen wurde der Nachwuchs der Studie zufolge auch durch den anhaltenden Konsum von Musik am Rechner, der in der Regel mit minderwertigen Lautsprechern ausgestattet sei.

So könnte sich nun das kurze Zeitalter der stereophonen Audiophilie dem Ende zuneigen und vielleicht werden Aufnahmen bald wieder gezielt für den Konsum auf Billiggeräten gemixt - so wie es die Tontechniker der Sun Studios in den 50-erJahren ja auch schon fürs Autoradio getan haben … [gk]

Die -mMn- gesamte Inkonsistenz des Artikels steht daher schön lesbar im letzen Satz mit dem Autoradio.... Wenn man diesen platten Kamm über die breite Masse schert, wirds mE noch bunter: Das "Jungvolk" (O-Ton des Verfassers) als Masse betrachtet besitzt wesentlich besseres Equipment als die breite Masse früher mit ihren knisternden Volksempfänger und rauschendes Mono-Kassettendecks bzw. fräsendem Mono-Plattenspielern, die auch mit Sicherheit die einfache Hifi-Din-Norm nicht erfüllten. Und weils ja alles an jeder Ecke gibt, hört das "Jungvolk" in der Neuzeit sogar mehr Musik bzw. genießt die erreichbare Vielfalt derer mit ihren PC-Brüllwürfeln, welche wenigstens die Hifi-Din-Norm erfüllen.

"Jungvolk" was ist das eigentlich für eine komische Bezeichnung....?  ?:I Mich dünkt, der Autor macht sich vielleicht mit dem Artikel irgendwie über das Professorchen lustig...  :;011

Gerade das "Jungvolk" die Jungen mühten sich in ABX-Blindtest ab, so dass die MP3-Codecs (siehe Lame) wesentlich effizienter wurden und letztendlich wieder für alle in den damit zu erzielenden Musikgenuss einfließen können. Die dabei verifizierten Unterschiede sollte man erstmal selbst hören können, bevor man sich aus dem Fenster beugt und über irgendwas beklagt, das man  -eventuell aus Altersarroganz individueller Ablehnung- gar nicht mehr nachzuvollziehen gedenkt. Ich find, so manche Dinge sind einfach ziemlich peinlich, so dass man sich sogar von "audiophilen Professoren" distanzieren muss.  :,010

Bei Jugendlichen bin ich manchmal froh, dass sie Musik oder ihr genießen von Musik nicht mit audiophiler Klangqualitätssucherei verwechseln. Wenn man will, kann man sich von ihrem Tun sogar noch ne Scheibe abschneiden, um der/seiner "Musik" (wieder) ein Stückchen näher zu kommen. So wie es vielleicht bei einem selbst früher war - gelauscht vor knisternden Dampfradios, Mono-Plattenspielern, Mono-Cassettendecks - beide mit heftigen Gleichlaufschwankungen und Mono-Schwarz-Weiß-TV.... Dabei fällt mir ein: Es gibt durchaus schon Handy-Geräte, bei denen ist die erreichbare Klangqualität des Klingeltons besser.

Aber was hätte ich als Jugendlicher alles für einfache 128er Stereo-MP3s und PC-(Aktiv :toolaughing:)Tröten gegeben....

Ist aber auch nur meine Meinung.

Gruss
Stefan
« Letzte Änderung: 03. Apr. 2009, 17:21 von pinoccio »
Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen - Heiner Geißler

Offline gto

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Re: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« Antwort #5 am: 03. Apr. 2009, 18:14 »
Stefan danke.  :to_drink:
Und das manches Musikmaterial als MP3 als besser empfunden werden kann ist nicht neu und hat seine Ursache sicher nicht in tauben Ohren.
Datenreduktion wird bei Musikdaten ohnehin im Zeichen ordentlicher Bandbreiten und billiger Speicher schon wieder obsolet.
Wobei IMHO der audiophile Verlust seitens der Datenreduktion ohnehin vernachlässigbar klein ist im Vergleich zu den Kompressions-Unarten beim Mastern und bei den meisten Radiosender.
Weiters weils IMHO gut passt ein wenig stille Werbung. :toolaughing: http://www.hoerstadt.at/beschallungsfrei/gegen_zwangsbeschallung.html

Und in wessen Jugend wars den audiophiler ?



Grüsse Gerd



Offline Höhlenmaler

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Re: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« Antwort #6 am: 03. Apr. 2009, 19:01 »

Bei Jugendlichen bin ich manchmal froh, dass sie Musik oder ihr genießen von Musik nicht mit audiophiler Klangqualitätssucherei verwechseln. ...
Aber was hätte ich als Jugendlicher alles für einfache 128er Stereo-MP3s und PC-(Aktiv :toolaughing:)Tröten gegeben....

Ist aber auch nur meine Meinung.

Gruss
Stefan

Das ist gut! Audiophile Klangqualitätsucherei!  Wie schon Picasso ganz ohne Highend meinte: Ich suche nicht, ich finde!
Die Heute verfügbaren Kilobytes sind mylenwyat entfernt vom matten Schein schaler Klanggütlichkeith, die mir in den 60ern und am Beginn der 70er zur Verfügung stand. Insofern ist mp3 sogar ein Segen. Die Hörkultur muss sich entwickeln und darf sich entfalten, wenn es denn soweit ist. Auch ist nicht jeder, der sich vor Urzeiten gerne mit Musik berieseln liess, heute auf hifidelistik aus oder gar Mitglied in einer audiophilen Sekte.
Ich sollte meinen eMusic Account doch nicht kündigen! Wer weiss, was ich dann verpasse.
Ausserdem gefalle ich mir in der Rolle eines Seiltänzers. Auf der einen Seite am Abgrund um in analogen Untiefen ab_zu_stürzen und auf der anderen Seite bodenlose digitale datenreduzierte Tracks, sekundenschnell verfügbar ...

.

 :toolaughing:

Gruß Ingo . . . . . . . . Last FM

Offline pinoccio

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Re: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« Antwort #7 am: 03. Apr. 2009, 19:36 »
Und das manches Musikmaterial als MP3 als besser empfunden werden kann ist nicht neu und hat seine Ursache sicher nicht in tauben Ohren.
Datenreduktion wird bei Musikdaten ohnehin im Zeichen ordentlicher Bandbreiten und billiger Speicher schon wieder obsolet.
Wobei IMHO der audiophile Verlust seitens der Datenreduktion ohnehin vernachlässigbar klein ist im Vergleich zu den Kompressions-Unarten beim Mastern und bei den meisten Radiosender.

Eben. Wie schreibt man? Full ACK   :;056  :,010

Wobei ich immer ein bisserl der Meinung bin, dass man zwischen Datenreduktion und (verlustfreier) Datenkompression (was ja wieder keine Audiokompression im Sinne von Dynamikkompression ist) unterscheiden sollte..... (MLP mal außen vor)

Gruss
Stefan
« Letzte Änderung: 03. Apr. 2009, 19:38 von pinoccio »
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Offline batteries not included

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Re: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« Antwort #8 am: 03. Apr. 2009, 19:58 »
also obwohl ich den artikel verlinkt habe, bin ich mit der wahl des titels absolut nicht einverstanden. diejenigen die dabei offensichtlich gemeint sind (zitat ipod-hörer) sind denke ich nicht notwendiger weise menschen die sich mit audiophiler wiedergabe beschäftigen. ist natürlich eine reisserische aufmache - sonst ließt es ja wieder keiner  :,010
allerdings ist auch klar, das die industrie, würde sie sich an solchen studien orientieren, sich mit all der masterverbrechen und kompressionen im radio absolut im recht fühlen würde - "den unterschied hört ja eh keiner" wäre dann nicht mehr das argument sondern "gefällt doch eh besser". und das finde ich trotz allem nicht gut. der testaufbau war sicher keiner wie unsereiner ihn macht oder machen würde für einen blindtest (lossless - da-wandler - gute kette bis hin zu aktiven studio-ls). und das mehr musik konsumiert wird hat beileibe nichts mit mehr auseinandersetzung mit dem medium zu tun, sondern ausschließlich mit der einfacheren verfügbarkeit - und natürlich dem statussymbol von weißen kopfhörern  :hau_drauf:. die genügsamkeit hat leider auch zur folge, dass der großteil der mp3-player-besitzer mit beipack-kopfhörern hören (die bekanntlich in jedem test durchfallen), und eine push-pull-strategie zu besserer qualität erst gar nicht stattfindet.
auf jeden fall will ich nicht unerwähnt lassen, dass ich den artikel NICHT hier verlinkt habe weil ich mp3 generell als schlecht oder gar den niedergang der guten musikwiedergabe sehen. ich habe mich erst unlängst selbst mit der bestmöglichen wiedergabe meiner mp3's beschäftigt, weil ich natürlich auch welche habe. mp3 ist ganz einfach eine technische weiterentwicklung unserer zeit - für mich zumindest. aber ich befürchte dass durch solche erkenntnisse die billiger werdenden speichervolumen und höheren bandbreiten sicher nicht dazu führen, dass man sich bemühen wird dem musiker/interpreten eine authentischere wiedergabe zu bescheren. das einzige was damit steigt ist die geschwindigkeit der verfügbarkeit. und wäre ich komponist oder darbieter von musik, würde mir der selbe satz auf den lippen liegen: "I'd hate to think that anything I'd slaved over in the studio is only going to be listened to on a bloody iPod." - nur mit dem zusatz "in 128kb mit apple kopfhörer". weil lossless mit shure-kopfhörer hört sich das gar nicht so schlecht an  :rolfl2:

schönes wochenende
Erich
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Offline pinoccio

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Re: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« Antwort #9 am: 03. Apr. 2009, 20:12 »
Zitat
mp3 ist ganz einfach eine technische weiterentwicklung unserer zeit - für mich zumindest. aber ich befürchte dass durch solche erkenntnisse die billiger werdenden speichervolumen und höheren bandbreiten sicher nicht dazu führen, dass man sich bemühen wird dem musiker/interpreten eine authentischere wiedergabe zu bescheren. das einzige was damit steigt ist die geschwindigkeit der verfügbarkeit

Da gibts amS auch etwas schön vergleichbares aus der Vergangenheit. Und zwar die "Fertig-Kassettenbänder" oder "Fertig-Tapes". Die waren sicher auch ne technische Weiterentwicklung. Ich fand immer, dass diese Tapes nicht gut klingen, zumindest mit den meisten Geräten nicht sonderlich gut kompatibel waren (Tonkopfeinstellungen usw. des eigenen Cassettendecks - machte die ganze Geschichte auch so ähnlich proprietär....... wie Apple  :;055 ) aber... sie erhöhten dennoch die Verfügbarkeit von Musik, zumindest in der damaligen Zeit und für die aufkommenden Walkmans.

Mist. Die hießen ganz sicher nicht "Fertig-Tapes", oder? In "Spaceballs" hießen sie Instant-Tapes, aber das war was anderes   :Eulenspiegel:

Sowas meint ich...  :rotwerd':

Gruss
Stefan

Wünsche auch schönes WE  :;049
« Letzte Änderung: 03. Apr. 2009, 20:21 von pinoccio »
Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen - Heiner Geißler

Offline gto

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Re: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« Antwort #10 am: 03. Apr. 2009, 20:45 »
Um es noch mal klar zu trennen, MP3 Audiodaten Kompression und Dynamikreduktion in folge intensiven Einsatzes von Kompressoren in der Signalverarbeitung sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

http://de.wikipedia.org/wiki/MP3
http://de.wikipedia.org/wiki/Kompressor_(Signalverarbeitung)

Ich bin halt Optimist und sehe schon erste Anzeichen für Besserung bei den per Download zur Verfügung gestellten Bitraten. Siehe z.B. iTunes Plus.
Ist ja auch ein Geschäft, besser=teurer. :;046
Wie beim Bild, erst DVD und Flachmann, ... was haben schon alle, ok, dann halt HD und Blue Ray. :toolaughing:
Außerdem wollen doch alle Tonschaffenden auch mal die Früchte ihrer Investitionen in teure 24 Bit Technik sehen. :toolaughing:

Grüsse Gerd





Offline hal-9.000

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Re: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« Antwort #11 am: 03. Apr. 2009, 21:14 »
Als ich jung war, hab ich auch teils in positiv ausgedrückt sehr "durchwachsener" Qualität gehört -
a) weil ichs mir zuerst nicht leisten konnte und
b) weil ich froh war, bestimmte Mucke überhaupt zu haben (war ja nicht so einfach)
Wir haben sogar die Kassettenrekorder ggü. gestellt und mit eingebautem Mikro aufgenommen, wenns gar nicht anders ging - manche "Westrekorder" hatten keine Ausgänge und ein Doppeldeck hatte ich auch nicht - von Kassette, die 4. oder 5. Kopie war eher die Regel ... nojo  :,010

Das ich das klanglich jetzt toller fand, kann ich wahrlich nicht sagen - jedes ordentlich gemachte MP3 klingt da wesentlich besser und eines ordentlich zu machen stellt einen ja nun wirklich nicht vor allzu große Schwierigkeiten ...

 :to_drink:
Grüße
Mario

Offline Franz

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Re: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« Antwort #12 am: 03. Apr. 2009, 23:10 »
Zitat
gleich auch noch eine Boogie Woogie Scheibe

Ingo, das nächste Mal bitte unbedingt mitbringen. Sowas ist genau meine Kragenweite. :;036

Gruß
Franz

Offline Höhlenmaler

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Re: MP3 killt Audiophilie (Originaltitel des Links)
« Antwort #13 am: 04. Apr. 2009, 07:39 »
Zitat
gleich auch noch eine Boogie Woogie Scheibe

Ingo, das nächste Mal bitte unbedingt mitbringen. Sowas ist genau meine Kragenweite. :;036

Gruß
Franz

hallo Franz

Ja, mach' ich. Sollten wir sowieso nochmal tun, zusammen Musik hören. Die Boogie Woogie Scheibe kenne ich wirklich schon sehr lange. Bin noch zur Schule gegangen. Hoffe, ich verkläre das nicht im nachhinein. Jedesmal wenn ich nach Boogie Woogie gesucht habe hatte ich diese Scheibe in Erinnerung und nie konnte was finden, was mich zufriedengestellt hat u nd vor allem n i e genau diese Scheibe. Der Pianist ist Albert Ammons. Jetzt sehe ich sie allerdings gleich in verschiedenen Shops.

Um in diesem Thread noch den Bogen zu MP3 zu bekommen, > Hier < Albert Ammons Boogie Woogie Piano Stylings auf eMusic. Die Tracks der LP dürften auf den beiden Veröffentlichungen auf den complete Jazz Series 1939 - 1948 daruf sein.

Da die Aufnahmen aus 1946 -1947 sind, der Zeit entsprechend tönend, sind oder wären sie im Grunde als MP3 erträglich. Daß ich die nun aber auf ner LP wiederhabe ist natürlich schöner.

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Gruß Ingo . . . . . . . . Last FM