Autor Thema: The Death of High Fidelity - In the age of MP3s,sound quality is worse than ever  (Gelesen 11697 mal)

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Offline gto

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Ich denke wir können uns hier einen Wolf schreiben, aber Sinn machts erst mit konkreten Bsp. wo alle an der Produktion beteiligten anwesend sind.
Wie du schon sagtest Thomas is viel eine Geschmacksfrage und da lässt sich schwer drüber streiten.
Ich frag mich blos was ihr führ Musik hört die soviel Anlass zu klagen gibt. :;009

Grüsse Gerd

Offline Hardy

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Hallo !

Ich frag mich blos was ihr führ Musik hört die soviel Anlass zu klagen gibt. :;009

Tja, frage ich mich auch...
"Und nun hören Sie die unkomprimierte und audiophil produzierte Wiedergabe eines Kaninchenfurzes"  :toolaughing:

Mal im Ernst, Leute : Warum hat der Rainer Halstenbach vom Audiotreff immer noch seine Kohle ?

Der bietet jedem Geld, der auf seiner -vom ihm gemachten CD- die MP3s vom Original unterscheiden kann.

Damit wir uns richtig verstehen, mir ist LP und CD immer noch lieber als ein Download !
Aber -bei aller Liebe zur Technik- erst kommt die Musik...

Und Stimmung verbreitet SRVs "Texas Flood" sogar auf dem Getthoblaster !
Oder "Blackbird" oder "Frühling" oder Paolo Conte, Shirley Horn, oder, oder...

Der Tod der High Fidelity bei aktueller Popnusik : *achselzuck*,
kauft Euch Jazz und Klassik  :;008.

War letztes WE aufm "Konzert" in Muc, Cafe Giesing : "Bluesgang"
Audiophil ist anders, aber ge.l war's schon  :)

Ciao, Hardy

Offline Enno

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Hallo !
Mal im Ernst, Leute : Warum hat der Rainer Halstenbach vom Audiotreff immer noch seine Kohle ?

Der bietet jedem Geld, der auf seiner -vom ihm gemachten CD- die MP3s vom Original unterscheiden kann.

Damit wir uns richtig verstehen, mir ist LP und CD immer noch lieber als ein Download !
Aber -bei aller Liebe zur Technik- erst kommt die Musik...

Und Stimmung verbreitet SRVs "Texas Flood" sogar auf dem Getthoblaster !
Oder "Blackbird" oder "Frühling" oder Paolo Conte, Shirley Horn, oder, oder...

Ciao, Hardy


...unterschreib  :;036
Gruß
Enno

Offline Franz

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Mir geht´s um solche Dinge wie das z.B. hier:

http://www.youtube.com/watch?v=3Gmex_4hreQ

http://www.independent.ie/national-news/distorted-loud-rock-music-is-making-listeners-sick-691046.html

http://www.northwestcollege.edu/WAW/Essays/Essay71.pdf

Da frage ich mich: Ist das nötig?

Und jetzt bin ich mal so richtig bösartig: Ich behaupte, daß viele den Unterschied gar nicht mehr mitbekommen. Macht mal den Blindtest damit. :;049 :,010 Viele Ohren haben sich so an diesen Klangmüll gewöhnt, daß es ihnen gar nicht mehr auffällt - und dann reden sie über "Geschmack". Nee Freunde, das ist und bleibt Murks. Punkt. Wer damit leben kann und will, bitte.

Gruß
Franz

Offline pinoccio

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Hei Stefan ,

noch 'ne story von anno tobak  :,010

Zitat
Überbreite Schlagzeuge? Ja und nein...

Ich habe echt noch keines gesehen das in der Realität kleiner als ein 50cm großes virtuelles Phantomschallbild wäre, du? Weiß, die Frage ist eigentlich blöde und weiß auch, dass du das auch wissen tust

Irgendwann in den 80ern habe ich in Hamburg in der Musikhalle (heute Laisz Halle genannt)  Miles Davis gehört. Damals spielte Sheila E  bei ihm die percussions . Die unzähligen Trommeln, Schellen Glocken waren in einem Gerüst aufgebaut , das bestimmt 6x2x2 Meter maß und in dem Sheila wie ein Derwisch hin und her turnte  und trommelte , schellte , klopfte usw. Das Gerüst stand links auf der Bühne . Der Meister ( Miles ) stand in der Mitte , der Bassist ( ich glaub' es war Marcus Miller ) war ganz rechts , Mc Laughlin halb rechts . Die anderen Musiker bekomme ich nicht mehr zusammen.
Entscheidend war aber , man konnte auch sehr gut hören wo die Musiker standen . Kein zusammengeschwurbeltes Klangbild , in dem eine Sängerin mitten im Schlagzeug steht, sozusagen aus lauter künstlerischer Freiheit .
Hier passte das reale optische Bild mit dem "akustischen Bild" klar zusammen und hat ein plausibles nachvollziehbares Ergebnis mir gegeben.
Ganz anders viele "Stereoaufnahmen" , die zwar ein breites aber nicht nachvollziehbares Klangbild liefern . ( Sängerin hüpft gerade auf den Tom Toms  :,010 )
Solche Aufnahmen klingen sicherlich angenehm im Monoradio , oder weit außerhalb des Sweetspots oder im Auto usw oder unter unter anderen widrigen Bedingungen  .........................

Gruß Thomas

Thomas

Ich hab doch schon immer gesagt: "Leute geht nicht auf Konzerte. Die stören die Reproduktion Zuhause doch nur"  :Eulenspiegel:

Gruss
Stefan
Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen - Heiner Geißler

Offline pinoccio

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http://www.youtube.com/watch?v=3Gmex_4hreQ

http://www.independent.ie/national-news/distorted-loud-rock-music-is-making-listeners-sick-691046.html

http://www.northwestcollege.edu/WAW/Essays/Essay71.pdf

Da frage ich mich: Ist das nötig?

Und jetzt bin ich mal so richtig bösartig: Ich behaupte, daß viele den Unterschied gar nicht mehr mitbekommen. Macht mal den Blindtest damit. :;049 :,010 Viele Ohren haben sich so an diesen Klangmüll gewöhnt, daß es ihnen gar nicht mehr auffällt - und dann reden sie über "Geschmack". Nee Freunde, das ist und bleibt Murks. Punkt. Wer damit leben kann und will, bitte.

Gruß
Franz

Hi Franz

Bringt uns mE nicht viel weiter - weil es mMn nur Extreme (Loudnesswar) aufzeigt. Man könnte sicherlich hier auch andere Extreme mit mangelnder Komprimierung benennen, welche sich bei der heimischen Reproduktion ins Gegenteil verkehren - sie klingen fast lasch.

Ich habs woanders mal beschrieben, weiß aber nimmer wo  :,010  Interessant dazu sind die momentanen Hörbeispiele der Stereoplay und Audio. Während die Audio auf unbearbeitete (somit also nur bei der Aufnahme komprimierte) Produktionen setzt, setzt die Stereoplay bewusst auf das aufzeigen der Möglichkeiten von *sinn- und stilvollen* (denke, dass diese Unterscheidung wichtig ist) Bearbeitungen. Dazu gibt es u.a auch die 2 Workshop-CDs von Heinrich, welche mMn hervorragend aufzeigen, was für den guten Klang nötig und für musikalische Zusatzaspekte noch möglich ist. Beide Varianten (von Audio und STP) haben ihren Reiz. Für meinen Geschmack ist die STP aber einfach näher dran... Will sagen: Diese bearbeiteten Produktionen bieten mir noch mehr Inhalt (>nur mM)

Eine neuere Aufnahme mit fast heftiger Komprimierung ist Friedemanns "Saitensprung". Ich wage doch zu bezweifeln, dass jemand behauptet, dass sie nicht gut klingen würde. Interessant ist es auch, wenn man frühere Aufnahmen  - mit hoher Dynamik - von Friedemann gegenlaufen lässt. Ich behaupte einfach mal dreist weiter, dass fast jeder der neueren Aufnahme den Vorzug gibt. (von dem musikalischen Aspekt dieser Musik abgesehen, denn das ist sicherlich reinste Geschmacksache)

Dazu mal ein Text von: http://www.vollton.com/sait_d.htm

Zitat
"Im Gespräch mit meinem Freund und Musiker-Kollegen Büdi Siebert fiel vor einiger Zeit die Bemerkung, ich solle doch mal darüber nachdenken, eine Produktion nur mit der Gitarre zu machen. Oh Schreck, dachte ich zunächst. Das ist nicht mein Ding. Keine Farben und Flächen, kein Pfeffer und Salz, kein Blitz und Donner. Aber der Gedanke ließ mich nicht los, denn auch aus dem Kreis der Fans hatte ich schon ähnliche Anregungen erhalten. Und so begann eine Entdeckungsreise, eine Expedition, die sich immer abenteuerlicher entwickelte. Wie klingt ein Saitensprung? Sind mit Gitarren auch Klangereignisse jenseits von Pling-Plong möglich? Was sagt die Gitarre, wenn ich sie schlage oder streichle, und können solche Geräusch-Samples nicht auch zu Sequenzen zusammengebaut werden?"

Ich finde, sie ist eben gerade wegen den Bearbeitungen (auch Komprimierung) sehr interessant zu hören. Zeigt auch was von der Verbindung von Samples zu akustischer Klampfe zu halten ist bzw. wie man es realisieren könnte :)

Edit: Witzig finde ich dabei, dass dies auch schon aus den kurzen MP3-Schnipseln ersichtlich wird: http://www.vollton.com/audiosait.htm

Gruss
Stefan


« Letzte Änderung: 03. Jan. 2008, 00:05 von pinoccio »
Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen - Heiner Geißler

Offline PeZett

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...
Da frage ich mich: Ist das nötig?

Und jetzt bin ich mal so richtig bösartig: Ich behaupte, daß viele den Unterschied gar nicht mehr mitbekommen. Macht mal den Blindtest damit. :;049 :,010 Viele Ohren haben sich so an diesen Klangmüll gewöhnt, daß es ihnen gar nicht mehr auffällt - und dann reden sie über "Geschmack".

...

Hallo - neee, nötig ist das nicht, aber spektakulär. In der heutigen "Informations- und Reizflut" möchte doch jeder, der etwas zu sagen
hat (= zu verkaufen hat) auffallen. Und dem breiten Publikum scheint es auch zu gefallen - der Sound muss "erdrücken", "bombastisch"
sein, "körperlich spürbar" sein. Deshalb hängen auch so viele am Dolby-Surround-Erlebnis. Die Sounds müssen durch den Raum fliegen
(...welches Instrument kann schon fliegen ???? Es gab zwar mal eine E-Gitarre von Gibson, die hiess "Flying V", aber auch die musste
festgehalten werden, sonst wäre sie runtergefallen....). Mit der "Bildsprache" in den aktuellen Kino-Krachern (neudeutsch "Blockbuster")
ist das ja ähnlich - aber ein anderes Thema.
Natürlich redet man da auch über "Geschmack" - auch schlechter Geschmack ist einer...  ...das ist nun mal der Zeitgeist, da können wir
uns auf den Kopf stellen (....oder es besser lassen und nicht daran stören !).

Mit verständnisvollem Gruss...

PeZett

Offline Plüschus

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Moin moin

Mir geht´s um solche Dinge wie das z.B. hier:

http://www.youtube.com/watch?v=3Gmex_4hreQ

http://www.independent.ie/national-news/distorted-loud-rock-music-is-making-listeners-sick-691046.html

http://www.northwestcollege.edu/WAW/Essays/Essay71.pdf

Da frage ich mich: Ist das nötig?

Und jetzt bin ich mal so richtig bösartig: Ich behaupte, daß viele den Unterschied gar nicht mehr mitbekommen. Macht mal den Blindtest damit. :;049 :,010 Viele Ohren haben sich so an diesen Klangmüll gewöhnt, daß es ihnen gar nicht mehr auffällt - und dann reden sie über "Geschmack". Nee Freunde, das ist und bleibt Murks. Punkt. Wer damit leben kann und will, bitte.

Gruß
Franz

ich möchte behaupten , daß die Soundgestaltung der Aufnahmen sich nicht an den Bedürfnissen der High Ender orientiert, sondern an den Erfordernissen des breiten Markt . Und da müssen Musikaufnahmen auch auf dem Küchenradio, dem Ghettoblaster, im Auto und auf der Discoanlage funktionieren.
Auch ein Tonmixer muß seine Produkte verkaufen und sich anpassen. Mischt er seine Produkte "nur" so zurecht, daß sie nur auf "guten" HiFi Anlagen funktionieren , ist der gute Mann vermutlich bald pleite ...........

Gruß Thomas

Offline pinoccio

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Moin Moin

Zitat
Auch ein Tonmixer muß seine Produkte verkaufen und sich anpassen. Mischt er seine Produkte "nur" so zurecht, daß sie nur auf "guten" HiFi Anlagen funktionieren , ist der gute Mann vermutlich bald pleite ...........

Glaub ich nicht.. sonst wären in den 70/80er keine Diskotheken aus dem Boden gestampft worden  :,010 Ich hab noch keinen Normalnutzer kennengelernt, dem nicht auch ein gewisses Maß an Klanggüte wichtig oder als gut befunden hätte. Ergo: Auch ihm fällt die Unterscheidung leicht...

Schon seltsam... als Peter Gabriel mit "US" dieses Rennen mitinitiiert hatte, hat sich keiner beklagt. Aufpolierte und maximal bearbeitete Studiomucke wurde mit höchsten Klangnoten versehen...

 :aetsch: (will nur ein bisserl böse sein  :toolaughing:  :to_drink: )

Gruss
Stefan
Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen - Heiner Geißler

Offline Plüschus

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Moin Stefan,

ist ja auch kein Widerspruch zu meiner These .....

Zitat
Glaub ich nicht.. sonst wären in den 70/80er keine Diskotheken aus dem Boden gestampft worden  grins Ich hab noch keinen Normalnutzer kennengelernt, dem nicht auch ein gewisses Maß an Klanggüte wichtig oder als gut befunden hätte.

Die meisten Discothekengänger waren damals bestimmt keine HiFi Freaks und freuten sich darüber , daß der sound in der Disco besser und lauter als zuhause war. Fetter Bass , knallige Mitten , fetzige Höhen . Alles (Klang)Eigenschaften , die ganz viele Leute zuhause nicht hatten und deshalb erst einmal viel besser fanden . Aber die Ansprüche steigen halt mit der Zeit und auch beim Hören lernt man dazu.

Gruß Thomas

Offline lia

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Auch ein Tonmixer muß seine Produkte verkaufen und sich anpassen. Mischt er seine Produkte "nur" so zurecht, daß sie nur auf "guten" HiFi Anlagen funktionieren , ist der gute Mann vermutlich bald pleite ...........

Gruß Thomas

Kann ich mal ein Beispiel für eine Aufnahme haben, die aufnahmetechnisch gesehen nur auf einer Highendanlage funktioniert ?
(Für mich gibts schon einige Musik, die mich beim ersten mal hören mit Sicherrheit nicht über einen Getthoblaster erreicht hätte, das aber aufgrund der musikalischen Komplexität, da würde dann aber auch die Dynamikentzug und laut machen vermutlich nicht helfen  ;))

Aufnahmen, die ich persönlich als gut (natürlich komprimiert, aber eben nicht übertrieben ;)) empfinde funktionieren auch auf PC-Tröten (oder die Ohrstöpsel meines Telefons :D ) gut.

Gruss
Lia

Offline PeZett

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...

Glaub ich nicht.. sonst wären in den 70/80er keine Diskotheken aus dem Boden gestampft worden  :,010 Ich hab noch keinen Normalnutzer kennengelernt, dem nicht auch ein gewisses Maß an Klanggüte wichtig oder als gut befunden hätte. Ergo: Auch ihm fällt die Unterscheidung leicht...

Schon seltsam... als Peter Gabriel mit "US" dieses Rennen mitinitiiert hatte, hat sich keiner beklagt. Aufpolierte und maximal bearbeitete Studiomucke wurde mit höchsten Klangnoten versehen...
...

Genau das ist der Punkt - wie Franz schon schreibt - dem Normalnutzer fällt das näml. gar nicht so sehr auf, bzw. dem ist das ganz
recht so, wie`s ist. Das, was der Normalnutzer als Klanggüte empfindet, ist wohl eher das, was ein P.Gabriel (...ganz gutes Beispiel, er
hat meines Erachtens schon bei "So" damit angefangen...) da veranstaltet hat. Sonst hätt`s auch nicht so gute Noten dafür gegeben.
Ich gebe zu - auch ich höre mir gerne mal ein "Sledgehammer" oder ein "Mama" (Genesis - hat diesen Song für meine Ohren auch speziell in
diese Richtung "gezüchtet") oder so etwas an und lasse es dann auch richtig krachen aber für konzentriertes Hinhören und Sezieren von
Instrumenten ist das nichts (...auch gar nicht gedacht...). Damit dieses "krachen lassen" einigermassen gut gerät, sollte die abspielende
Anlage das aber auch können. Billig(h)eimer (...hat jetzt nix mit dem Kaufpreis zu tun) können das nicht - insofern fällt der Unterschied zur
08-15-Diskotheken-Anlage auch sofort auf, mehr aber auch nicht.

Kl. Beispiel in dem Zusammenhang: ich bin Anfang der 80er in mehreren grossen Rockdiscos dringewesen, in denen ein sehr hoher
Sound- (Klang-) Aufwand betrieben wurde. Solche "musikalischen Presslufthämmer" wie "Rain in May" oder "Mama" kamen da immens
imposant rüber. Ohne die geringsten hörbaren Verzerrungen wurde da "Druck" gemacht und "glasklare Höhen" gezaubert - aber eben
mit speziell für solche Zwecke "gezüchteter" Mucke - das muss man ganz ehrlich sagen.

Auch beim Hören einiger "audiophiler Compilations" fällt doch auf, dass auch da gehörig getrickst wird, um den Zeitgeist zu befriedigen.
Aber das ist eigentlich nicht neu - schon in den frühen 80ern wurde z.B. die "Knock Out" (nomen est omen) von C.Antolini als "Basskiller"
und "Test-Platte" für Subwoofer u.s.w. herangezogen. Und diese Platte ist ja auch "dahin gezüchtet" (das ist jedenfalls mein Eindruck!) - live
hört sich das Schlagzeug von Antolini doch etwas anders an (....ich hatte selbst das Vergnügen, ohne PA und in etwa
10 Meter Abstand, d.h. das Schlagzeug war unverstärkt...).
Eine Bassdrum hört sich meines Erachtens nur dann so wie auf "Knock Out" an, wenn man sich direkt hinein setzt!
Mangels damaliger Technik (1979) hat man die Aufnahme auch sicher so ähnlich hinbekommen (Mikroposition) und vielleicht
auch noch etwas "nachgeholfen" um den Bass noch "knackiger" zu machen aber als Livezuhörer empfindet man so
etwas in gebührendem Abstand zum Instrument doch etwas anders.
Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Antolini ist ein exzellenter Drummer, immens schnell und präzise aber
"Live" und "Knock Out" - das sind zwei Paar Schuhe!

Ich schätze, hier sind wirklich unterschiedliche Stilrichtungen am Werk - auf der einen Seite sogenannte "handgemachte" Musik, die
ein entspanntes, feingezeichnetes Musikerlebnis ermöglicht und auf der anderen Seite "musikalische Blockbuster", die mit ihrer
Omnipräsenz den etwas oberflächlicheren Zuhörer in den Bann ziehen (...wobei beide Vorlieben durchaus in ein und der gleichen
Person vorh. sein können!). Die Übergänge zwischen beiden sind übrigens fliessend (meine Meinung!) und das macht`s nicht
gerade leicht, zu trennen! Ich finde, beides hat seinen Markt (=Zuhörer) - und das ist doch eigentl. ok so, oder?

Gruss

Offline Franz

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Hallo Thomas,

hast schon Recht mit dem, was du sagst. Eines ist für mich aber auch klar: Der typische Disco-Sound entstand nicht durch die Komprimierung der Musik, sondern vielmehr durch die Beschallung in den Discos. CDs gab es noch gar nicht. Ich hab hier jede Menge Platten jener Zeit, die außergewöhnlich gut klingen. Oft führt technischer Fortschritt nicht unbedingt auch zu besseren Ergebnissen. Hör dir mal Bänder an. Eine solche Klangqualität findest du sonst nirgendwo. Vor lauter Bäumen sehen die Toningenieure oft den Wald nicht mehr. Da wird getrickst, was das Zeug hält, oft nur, weil es einfach möglich geworden ist. Aber das Wesen der Musik einzufangen, dafür geht vielen das Gespür verloren. Sie spielen mit ihren technischen Tricks und bedienen Knöpfchen.

Und ja: Massenkompatibilität ist das Stichwort. Das ist es, was wirklich noch zählt, wenn man Erfolg haben will. Die Musikindustrie kann sich doch glücklich schätzen, solch anspruchslose Hörer erzogen zu haben. Die werden doch gar nicht mehr gefragt, sondern man setzt ihnen einfach diesen Sch... vor.
Vor kurzem hab ich mir die neue Bruce Springsteen "Magic" gekauft. Aufgelegt - und da schrie mich die Musik direkt an. Einfach grauenhaft, diese Tonqualität. Den meisten gefällt das aber wohl so. :;034 Ich hab die gleich weitergereicht. :;049

Gruß
Franz

« Letzte Änderung: 03. Jan. 2008, 12:22 von Franz »

Offline PeZett

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...
Kann ich mal ein Beispiel für eine Aufnahme haben, die aufnahmetechnisch gesehen nur auf einer Highendanlage funktioniert ?
(Für mich gibts schon einige Musik, die mich beim ersten mal hören mit Sicherrheit nicht über einen Getthoblaster erreicht hätte, das aber aufgrund der musikalischen Komplexität, da würde dann aber auch die Dynamikentzug und laut machen vermutlich nicht helfen  ;))
...



...dann nimm`Dir mal die von mir zitierte "Knock Out" und lasse sie auf einem Plastikghettoblaster laufen. Es muss keine HighEnd-Anlage
ein (sowas habe ich auch nicht) aber "gut funktionieren" tut diese Platte meiner Ansicht auf der Plaste-Dose nicht (trotz geringer musikalischer
Komplexität).

Gruss

Offline Franz

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Völlig richtig. Wer einmal das Vergnügen hatte, sich die Aufnahmen von Antoloni auf einer richtig guten Anlage anhören zu dürfen und sie danach auf mittelmäßigen Anlagen gegenhört, der weiß, was alles dort überhaupt nicht vermittelt wird.

Gruß
Franz

Offline lia

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Moin Stefan,

ist ja auch kein Widerspruch zu meiner These .....

Zitat
Glaub ich nicht.. sonst wären in den 70/80er keine Diskotheken aus dem Boden gestampft worden  grins Ich hab noch keinen Normalnutzer kennengelernt, dem nicht auch ein gewisses Maß an Klanggüte wichtig oder als gut befunden hätte.

Die meisten Discothekengänger waren damals bestimmt keine HiFi Freaks und freuten sich darüber , daß der sound in der Disco besser und lauter als zuhause war. Fetter Bass , knallige Mitten , fetzige Höhen . Alles (Klang)Eigenschaften , die ganz viele Leute zuhause nicht hatten und deshalb erst einmal viel besser fanden . Aber die Ansprüche steigen halt mit der Zeit und auch beim Hören lernt man dazu.

Gruß Thomas

Gegen fetten Bass, knallige Mitten und fetzige Höhen habe ich tatsächlich auch immer noch nichts, grade, wenn es sich um Disko/Tanzmusik handelt.  Mal davon abgesehen, dass es hier zwei Diskos gab, in denen auch eher Highend-PA hing und je nach DJ eben auch mehr oder weniger fachkundig per Reglerdreh nachgeholfen wurde.
Das klang immer noch sauber
Genau das funktioniert aber mit zu lauter Aufnahme nicht mehr, es klingt ab einer gewissen Lautstärke einfach breiig und schreiend und das merken auch die KIds, wenn zwischendrin ältere, (wenn auch mit Sicherheit keine audiophilen Perlen) Sachen gespielt werden.
Ihnen bleibt aber erst mal keine Wahl, denn es geht ihnen erst mal um die Musik und nur ganz am Rande um den Klang
Das war bei mir nicht anders, hab früher auch gern schwedischen Garagenpunk gehört, obwohl das wirklich fiese Garagenmitschnitte...aber da mangelte es halt tatsächlich am professionellen Equipment, jetzt, das ist ja so unnötig
Ich meine aber irgendwo gelesen zu haben, dass der Loudnesswar so langsam auf dem Rückmarsch sei

Hallo Pezett

Die Knockout ist imho mehr eine Testcd, sicher kann man das auch mögen, ich persönlich würde die nicht einlegen, wenn ich Musik hören möchte.
Hast Du auch ein Beispiel für "normale " Musik ?
Mal ein Beispiel meinerseits. Man nehme eine Quinton CD, die klingt im Auto, über Tröten, über Breitbänder, Hallsossenwerfer, Studiomonitore ...und was weiss ich noch gut
Ich habe bisherr noch keine Abhörbedingung gefunden, über die nicht bemerkbar war, dass es sich um sehr sorgfältige, ordentliche Aufnahmen handelt (sicher muss man die nicht mögen, weder von der Klangästhetik noch der musikalischen Auswahl, aber ich schätze die gute Arbeit muss man dennoch anerkennen ;) )

Gruss
Lia
« Letzte Änderung: 03. Jan. 2008, 12:39 von lia »

Offline Franz

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WHY IS THE LOUDER IS BETTER APPROACH THE WRONG APPROACH? BECAUSE WHEN ALL OF THE SIGNAL IS AT THE MAXIMUM LEVEL, THEN THERE IS NO WAY FOR THE SIGNAL TO HAVE ANY PUNCH. THE WHOLE THING COMES SCREAMING AT YOU LIKE A MESSAGE IN ALL CAPITAL LETTERS. AS WE ALL KNOW, WHEN YOU TYPE IN ALL CAPITAL LETTERS THERE ARE NO CUES TO HELP THE BRAIN MAKE SENSE OF THE SIGNAL, AND THE MIND TIRES QUICKLY OF TRYING TO PROCESS WHAT IS, BASICALLY, WHITE NOISE. LIKEWISE, A SIGNAL THAT JUST PEGS THE METERS CAUSES THE BRAIN TO REACT AS THOUGH IT IS BEING FED WHITE NOISE. WE SIMPLY FILTER IT OUT AND QUIT TRYING TO PROCESS IT.  :;049
http://www.prorec.com/Articles/tabid/109/EntryID/247/Default.aspx

Gruß
Franz

Offline Plüschus

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Moin Lia,

Zitat
Kann ich mal ein Beispiel für eine Aufnahme haben, die aufnahmetechnisch gesehen nur auf einer Highendanlage funktioniert ?

ja kannst Du  :)

Die zB



klingt langweilig ohne gutes HiFi ( trotzdem ist die Musik klasse und man kann sie auch auf dem Ghettoblaster hören )

oder die zB



wäre eine "Sünde" sie auf dem Küchenradio zu hören weil man manches gar nicht mitbekommt .

oder zB die



Für solche Musik setzt man sich hin und hört zu. Wenn man nicht aufmerksam hinhört entgeht einem einfach vieles oder es nervt sogar. Wenn Du aber aufmerksam zuhörst, merkst Du sofort die Schwächen von LowFi & Co.

Ergo : Für manche Mucke braucht's ein ordentliches HiFi  :;034

Gruß Thomas


« Letzte Änderung: 03. Jan. 2008, 13:30 von Plüschus »

Offline Franz

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Hallo lia,

Antolonis Aufnahmen sind nicht nur für Testzwecke zu gebrauchen. Auf der "Knock Out 2000" finde ich zumindest auch einen ansprechenden musikalischen Gehalt. Sehr abwechslungsreich mit interessanten Stilmixes.

Gruß
Franz

Offline Franz

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Zitat
Ergo : Für manche Mucke braucht's ein ordentliches HiFi 
 

Gut, daß jemand anderer das mal schreibt. ich hätte dafür die Mütze voll gekiriegt. Aber das stimmt absolut für mich. :,014 Und die von dir gezeigten Aufnahmen können das auch par excellence aufzeigen. Sowas würde ich auch nie über ein Kofferradio anhören wollen. Alles, was diese Aufnahmen zu etwas Besonderen machen, wird auf mittelprächtigen Anlagen gar nicht offenbart.

Gruß
Franz

Offline PeZett

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Die Knockout ist imho mehr eine Testcd, sicher kann man das auch mögen, ich persönlich würde die nicht einlegen, wenn ich Musik hören möchte.
Hast Du auch ein Beispiel für "normale " Musik ?


oooh - das wird der gute Charly aber gar nicht gerne hören (lesen). Übrigens - ich habe "Knock Out" bisher nur als LP gehört
und denke nicht, dass sie wirkl. als Test-Platte gedacht war (das ist für einen Jazz-Musiker auch eher untypisch aber man
kann ja nie wissen). Immerhin sehe (bzw. höre) ich "Knock Out" zumindest als den durchaus geglückten Versuch, einen sehr
"körperlich spürbaren" Schlagzeug-Sound zu produzieren - und dies mit den damalig zur Verfügung stehenden Mitteln. Deshalb
habe ich bewusst solche Ur-Alt-Beispiele gewählt. "Mama" von Genesis ist meiner Meinung nach auch so ein Ding - hingetrimmt
auf spektakuläres, bombastisches Hörerlebnis (...nicht schlecht aber eben etwas "überzüchtet", findest Du nicht auch? Auch wenn
hier sicher andere Techniken angewandt wurden, wie es heute möglich ist).
Damit kannst Du auch einmal den Plastikblaster füttern - die "Wucht", die in diesem Song steckt, wirst Du wohl nicht ver-
spüren.

Gruss

Offline pinoccio

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Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Antolini ist ein exzellenter Drummer, immens schnell und präzise aber
"Live" und "Knock Out" - das sind zwei Paar Schuhe!


Eben.. drum!

Wenn ich "Live" mag gehe ich in (oder auf?) ein Konzert. Gibt ja viele kleine Clubs wo man das fast täglich machen könnte. Daheim suche ich eigentlich was "anderes"... vielleicht auch etwas mehr, weil ein Studio eine enorme Vielfalt von "Klang" hervorbringt. Aber keine Vergleiche, ob die Reproduktion nun nahe am Originalklang sein könnte. Ist mir irgendwie in nicht wichtig genug... mag aber vielleicht auch daran liegen, dass ich eine Effektierung nicht schlimm finde und sie als Bestandteil von Tonkonserven sehe.... oder sehen muss?

Dennoch ist das Bespiel "Knock-Out" ganz gut, weil ich hier fast der Meinung bin, dass es eben mit Effektierungen _authentischer_ machbar gewesen wäre. Es gibt ja jetzt und heute noch wesentlich mehr solcher (Solo)Aufnahmen. Aber auch Aufnahmen wo mehr als ein Schlagzeug aufgezeichnet worden ist, denn die Frage mag hier erlaubt sein, wie das Schlagzeug von Charly A. in Verbindung mit weiteren Instrumenten und auch Stimmen aufgenommen worden wäre bzw. auf den Mix abgestimmt worden wäre ;) Heißt: Ein vorbeirollender Panzer hört sich (als Aufnahme) immer sehr beeindruckend an, aber wie bringt man das Zwitschern der Vögel mit auf den Mix? Wobei ich hier nicht ganz der Meinung bin, dass man solche Aufnahmen auf einem Ghettoblaster nicht als "gut" erkennen könnte.

Gerade die angesprochenen CDs von Quinton (Heinrich) und auch seine Workshop-CDs zeigen ganz gut auf, wie sie ihr Potenzial (> also die bewusste Bearbeitung für einen erweiterten Eindruck) auch auf Ghettoblastern entfalten, ohne, dass sie die höherwertige Wiedergabe negativ beeinflussen.

Gruss
Stefan
Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen - Heiner Geißler

Offline PeZett

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[Heißt: Ein vorbeirollender Panzer hört sich (als Aufnahme) immer sehr beeindruckend an, aber wie bringt man das Zwitschern der Vögel mit auf den Mix?
...


...schon richtig - wenn Du den Vogel auch hören willst, geht´s ohne "Hilfe" wohl nicht. Besonders deutlich wird
dies ja bei Hörspielen. Hier gibt`s naturgemäss gewaltige Pegelsprünge. Wenn eine Sendeanstalt so etwas auch einem
Autoradio-Hörer zugänglich machen will, wird es ohne "Zusammenschieben von Laut und Leise" nicht gehen.

...
Wobei ich hier nicht ganz der Meinung bin, dass man solche Aufnahmen auf einem Ghettoblaster nicht als "gut" erkennen könnte.
...

Wenn die Mucke gefällt, ist sie auf dem Blaster auch gut (im musikalischen Sinne) - das meinte ich nicht. Aber der in ihr u.U.
steckende "Bombast-Effekt", dieses "Spürbare", wird nicht so rüberkommen. Das ist aber in der Tat von Stück zu Stück
verschieden. In vielen guten Songs soll ja kein physisches Erlebnis vermittelt werden sondern ein rein musikalisch-inhaltliches
(von mir aus auch instrumental-virtuoses Erlebnis) - das "wirkt" u.U. auch auf dem Blaster.

Gruss

Offline Plüschus

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Bestimmte

Aufnahmen erfordern bestimmte Eigenschaften der Anlagen , wenn sie gut 'rüberkommen sollen. Bei "Knock Out" wird halt eine große Bassdynamik der Anlage abgefordert.
Bei "The Ritz" sind es mehr Verfärbungsfreiheit und Bühnenabbildung/Räumlichkeit .
Bei "Christina Pluhars La tarantella"  sind es Natürlichkeit und Auflösungsvermögen
Bei "Castel del Monte" sind es Räumlichkeit, Hochtonauflösung, Dynamik.
Es gibt da noch ganz viele sehr gute Beispiele !
Dies Eigenschaften sind keine Testkriterien für HiFi Anlagen, sondern Bestandteile der Musik . Sie würden einfach der Musik fehlen , wenn man sie nicht hören könnte , weil's HiFi das nicht kann.
Trotzdem kann ich auch ganz zufrieden im Campingbus mit meiner LowFi Car Anlage Musik hören , wenn wir zB am Strand stehen , oder während ich das schreibe über die PC Lautsprecher .
Ich weiß aber - es fehlt da was .................................  ;)

Gruß Thomas

Offline pinoccio

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...
[Heißt: Ein vorbeirollender Panzer hört sich (als Aufnahme) immer sehr beeindruckend an, aber wie bringt man das Zwitschern der Vögel mit auf den Mix?
...


...schon richtig - wenn Du den Vogel auch hören willst, geht´s ohne "Hilfe" wohl nicht. Besonders deutlich wird
dies ja bei Hörspielen. Hier gibt`s naturgemäss gewaltige Pegelsprünge. Wenn eine Sendeanstalt so etwas auch einem
Autoradio-Hörer zugänglich machen will, wird es ohne "Zusammenschieben von Laut und Leise" nicht gehen.

Es geht nie ohne "Hilfe"  - selbst bei Charly. A ist das nicht gegangen. Es gab irgendwo mal einen größeren Bericht, was für Mikrofonierungen bzw. Bearbeitungen während der Aufnahme gemacht werden mussten, damit die (zB) HiHat (o.ä.) im Mix gegenüber der Snare o. Bassdrum auch so ankommt, als wie wenn man das Schlagzeug "live" in 2m Abstand hört. Es sind doch immer nur Kompromisse...

(Ob man es nun so machen muss wie bei Manfred Mann "Father Of Day, Father Of Night", dass man das quietschen der Bassdrumschlegelmechanik hört, weiß ich nicht... aber es passt sogar mE zur Musik  :,010 )

Gruss
Stefan
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Offline lia

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Hallo Plüschus

Das hast Du wohl missverstanden. Du schriebst
Zitat
Auch ein Tonmixer muß seine Produkte verkaufen und sich anpassen. Mischt er seine Produkte "nur" so zurecht, daß sie nur auf "guten" HiFi Anlagen funktionieren , ist der gute Mann vermutlich bald pleite ...........
Natürlich gehen Details verloren usw, je eingeschränkter die Wiedergabeanlage ist, darum gehts hier aber doch nicht.
Was wäre an der Aufnahmetechnik der von Dir genannten Platten (hab ich leider alle nicht) so besonders, als dass ein Produzent fürchten müsste, er ginge Pleite, würde er das so bei aktueller/kommerzieller Musik abmischen ?
Oder anders
Hätten die zb von mir Anfangs erwähnten Bush weniger Erfolg, würden die Aufnahmen ordentlich klingen, in der Art wie Quinton typisch abmischt oder auch die Seitensprung, wo man ja bewusst nicht auf Komprimierung verzichtet
(möglich, dass es auch an der Überspielung von simply Vinyl liegt, aber da wurde Marcs Anlage son bissl zum Kofferradio. Klang ungefair wie deltaradio über i-net direkt über die eingebaute Soundkarte meines ollen Thinkpads ;))

Gruss
Lia

PS...mal davon ab, hier hätten wir ansonsten die Argumentation umgekehrt, oder ;)
« Letzte Änderung: 03. Jan. 2008, 13:55 von lia »

Offline PeZett

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...
Es geht nie ohne "Hilfe"  - selbst bei Charly. A ist das nicht gegangen. ...

Es sind doch immer nur Kompromisse...

....

Absolut mein Reden (bzw. Schreiben) - auch die Studioaufnahme von C.A. empfinde ich als eine "auf
die Sprünge geholfene" Produktion (...was mich aber nicht stört). So neu ist das Phänomen des Beeinflussen
von Dynamiken also gar nicht. Das ist ein schleichender Prozess gewesen, der über die letzten
20 Jahre (+/-) statt gefunden hat und mit den aktuellen Möglichkeiten nur einen (vielleicht vorübergehenden)
Höhepunkt erreicht hat. Viele mögen dies mittlerweile als störend empfinden, wenn es denn übertrieben
wird (so auch wohl der Artikelschreiber im Ausgangs-post). Und genau darin liegt vielleicht auch die Quintessenz:
die aktuellen Techniken in Massen zu nutzen, ohne es zu überziehen - der Eine kann´s , der Andere nicht.
Aber war das "früher" wirklich anders? "Is sound quality really worse than ever?"

Gruss

Offline lia

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Hallo Pezett

Ich glaube, der Druck war früher weniger, die ganze Musikindustrie nicht ganz so aufgeblasen, die Produktionszyklen etwas länger, es wurde allgemein noch langsamer auch mal ein Musiker aufgebaut, also nicht gleich aufgrund von fehlenden Verkaufszahlen wieder aus den Majorlabeln rausgekickt.
Heute wird imho mehr verheizt, auch Menschen

Ausserhalb des Mainstream würde ich die Veränderung auch eher geringer einschätzen

Gruss
Lia

Offline pinoccio

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Aber war das "früher" wirklich anders?

Gute Frage!

Ich glaube es war früher vielleicht nur nicht so breit - auch der Mainstream. Man müsste dazu irgendwie genauer erfassen, dass event. frühere Aufnahmen (welche wir hörten) oftmals auch nur der  Mainstream einer bestimmten Epoche gewesen sein könnte. Verleitet mich zu der Frage, wie der klangliche Unterschied zu damaligen Nichtmainstreamproduktionen gewesen war?

Die heutigen technischen Möglichkeiten erfassen aber auch in der Breite die Musik. Will sagen, dass es doch auch Produktionen gibt, die bewusst "schlecht" gestaltet werden müssen, um eben ihr (Ziel)Publikum zu erreichen - sozusagen auch ein gewisser "künstlicher" Ausdruck, der sein Ziel erreichen könnte. Diese Zielgruppe mag eventuell auf klangliche Aspekte keine (zu große) Rücksicht nehmen, nimmt aber dafür den eigentlichen "Ausdruck" ansich stärker wahr. Und wir "Klangfetischisten" sind wohl nur ein kleiner Teil einer ganz kleinen Zielgruppe...

Gruss
Stefan
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Offline Franz

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Zitat
dass es doch auch Produktionen gibt, die bewusst "schlecht" gestaltet werden müssen, um eben ihr (Ziel)Publikum zu erreichen - sozusagen auch ein gewisser "künstlicher" Ausdruck, der sein Ziel erreichen könnte. Diese Zielgruppe mag eventuell auf klangliche Aspekte keine (zu große) Rücksicht nehmen, nimmt aber dafür den eigentlichen "Ausdruck" ansich stärker wahr. Und wir "Klangfetischisten" sind wohl nur ein kleiner Teil einer ganz kleinen Zielgruppe...

Aha, ein völlig neuer Aspekt für mich. Also, man macht mit Absicht die Tonqualität so mies, weil man damit mehr Käufer, insbesondere Jüngere, erreicht. Das würde ja meine These unterstützen, wonach ich schon länger vermute, daß gerade die jüngeren Hörer die Tonqualität als eher sekundär ansehen. "Der eigentliche Ausdruck an sich" wird dadurch aber doch wohl eher behindert als gefördert - sehe ich zumindest so. Ich sehe mich auch nicht als "Klangfetischist", sondern will einfach nur eine möglichst gute Tonqualität. Scheint aber wohl schon zuviel des Guten verlangt zu sein. Tatsache ist für mich, daß das produziert wird, was sich mit dem größten Gewinn verkaufen läßt. Und die Produktionskosten steigen natürlich bei einer anspruchsvolleren Produktion an.

Das war z.B. auch früher schon so. Kennt noch jemand die "Tusk" von Fleetwood Mac aus den Siebzigern? Da wurde ein produktionstechnisch enorm hoher Aufwand gefahren, die Tonqualität war für damalige Verhältnisse außergewöhnlich hoch, musikalisch auch ein sehr abwechslungsreiches Doppel-Album - aber die Käufer an der Kasse lehnten sowas eher ab. Das einfacher gestrickte "Rumours" dagegen verkauft sich heute noch besser. Vielleicht scheuen auch deshalb viele Produzenten den Aufwand. Wozu auch, wenn der Müll sowieso gesendet, promoted und letztlich gut verkauft wird.

Gruß
Franz
« Letzte Änderung: 03. Jan. 2008, 15:27 von Franz »